Dekontaminationsmittel für den Körper

Dekontaminationsmittel für den Körper

Die Produkte gefrieren bei – 1ºC ohne sich zu verändern. Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass heizbare Schutzschränke erhältlich sind, welche es ermöglichen, Diphotérine® oder Hexafluorine® auch im Aussenbereich während der kalten Jahreszeit verfügbar zu halten. In Extremfällen kann Diphotérine®/Hexafluorine® Temperaturen von 250ºC bis zu 20 Minuten ohne Schaden überstehen.

 

 

Ja, mehrere Anwender (u.a. Rhône Poulenc, Alusuisse, Martinswerk, Avesti…) haben Fallsammlungen über chemische Verbrennungen gemacht, die mit Diphotérine® oder Hexafluorine® erstbehandelt wurden. Es wurde u.a. festgestellt, dass der durchschnittliche Arbeitsausfall bei der Anwendung von Diphotérine® und Hexafluorine ® im Vergleich zu einer Spülung mit Wasser beträchtlich herabgesetzt werden konnte. Auf Anfrage stellen wir Ihnen gerne die entsprechenden Studien zur Verfügung oder Sie finden eine Übersicht der Studien unter www.diphoterine.ch.

 

 

Ja. Diphotérine®/Hexafluorine® können mit Radionukleiden wie Strontium, Kobalt, Cäsium und Uran Chelate bilden. Sie können mit Anionen wie Oxalat Chelate bilden, aber nicht Kalzium oder Magnesium.

 

 

Nein. Diphotérine® und Hexafluorine® sind keine Medikamente, sondern Medizinprodukte, die nicht zur Heilung einer Wunde benutzt werden, sondern dazu dienen, das chemische Produkt zu entfernen, um zu verhindern, dass es zu Haut- und/oder Augenschäden kommt. Sie haben keine physiologische Wirkung auf das Auge oder die Haut. Diphotérine® und Hexafluorine® sind als Medizinprodukte registriert.

 

 

Diphotérine® ist nicht toxisch (LD50 > 2000 mg/kg oral/über die Haut akut, bei Tierversuchen ermittelt). Bei der Verwendung durch Menschen am Arbeitsplatz gibt es keine Hinweise auf Toxizität. Dazu wurden vom Hersteller pharmakologische Tests durchgeführt. Es wurde keine erbgutverändernde Wirkung beim Ames-Mutagenitäts-Test festgestellt.

Diphotérine® und seine Rückstände durch Reaktion mit starken Säuren oder Basen wirken auf Kaninchenaugen nicht irritierend. Auf gesunde Augen beim Menschen wirken sie ebenfalls nicht irritierend. Es gibt keinen Hinweis auf eine schädigende Wirkung durch die Anwendung von Diphotérine® nach Arbeitsunfällen im industriellen Bereich. Tests bei Meerschweinchen ergaben, dass Diphotérine® die Haut nicht reizt. Tests zur Ökotoxizität haben ergeben, dass Diphotérine® auf Standardorganismen nicht toxisch wirkt.

 

 

Da es ein Chelatbildner ist, kann Diphotérine® zur Dekontaminierung von Metallen (wie den radioaktiven Elementen Uran-238, Cäsium-137, Strontium/Yttrium-90 und Kobalt-60) verwendet werden. Da es eine sterile wasserhaltige Lösung ist, ermöglicht Diphotérine® die Verdünnung und mechanische Abspülung bei Staub und anderen trägen chemischen Substanzen. Für Staub und träge chemische Partikel ist die isotonische Spüllösung Afterwash® besser geeignet.

 

 

Diphotérine® (und auch Hexafluorine®), das direkt auf die Chemikalie einwirkt, lindert den Schmerz schnell. Ein Schmerzmittel ist deshalb praktisch unnötig. Wenn es laut dem Notfallplan mancher Unternehmen oder Augenkliniken eingesetzt wird, kann es nur einen zusätzlichen synergetischen Effekt haben.

 

 

Studien des INRS (Institut National de Recherche Scientifique, Paris) haben ergeben, dass eine Spülung mit Wasser vor der Spülung mit Diphotérine®/Hexafluorine® zu schlechteren Ergebnissen führt, als wenn nur Diphotérine ®/Hexafluorine® eingesetzt wird. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass eine erste Spülung mit Wasser oder Kochsalzlösung den Einsatz der aktiven Spüllösungen Diphotérine®/Hexafluorine® hinauszögert. Zudem wirken Wasser, NaCl usw. hypoton und die ins Gewebe vorgedrungene Chemikalie wird dadurch nicht gestoppt.

 

 

Diphotérine® wird weltweit unter diesem Namen angeboten. Die Ausnahme bilden Deutschland und Österreich: bei der Entwicklung des Produktes wurde für diese Märkte ein anderer Stabilisator gewählt und das Produkt Previn® bezeichnet. Diphotérine® und Previn® besitzen die identische Wirksamkeit und verlangen dasselbe Anwendungs-Protokoll.

Der Unterschied liegt alleine in der Haltbarkeit:

  • Haltbarkeit von Previn®: 1 Jahr
  • Haltbarkeit von Diphotérine®: 2 Jahre

 

 

Nach 24 Monaten hat sich eine bestimmte Anzahl Diphotérine® Moleküle untereinander verbunden, um stabil zu sein. Diese können im Notfall nicht mehr zur Verfügung stehen, um Säure oder Laugenmoleküle unschädlich zu machen. Diphotérine® verliert also an Wirkung. Aus diesem Grund sind wir auch darauf bedacht, Sie auf mögliche abgelaufene Produkte hinzuweisen.

 

 

Eine amphotere Verbindung kann aus so entgegengesetzten Chemikalien wie Säuren/Basen oder Oxidationsmitteln/ Reduktionsmitteln Chelate bilden (und damit dekontaminieren). Das Spülen mit einer amphoteren Lösung wie Diphotérine®/Hexafluorine® erlaubt die schnelle Rückkehr zu einem physiologischen pH-Wert und erzielt dadurch ein sicheres Ergebnis der Spülung.

 

 

Diphotérine®/Hexafluorine® sind hypertone Spüllösungen, weil sie das Eindringen der Chemikalie in das Gewebe verhindern oder stoppen. Ein hyperosmolarer Druck stellt einen Fluss vom Gewebeinneren an die Oberfläche her. Dadurch wird die Chemikalie aus dem Gewebe an die Oberfläche der Haut oder des Auges transportiert. Mit einer hypertonen Spüllösung wird die Dekontaminierung also beschleunigt.

 

 

Diphotérine® ist eine Erste-Hilfe-Spüllösung zur Behandlung von Chemikalienspritzern auf der Haut und in den Augen. Sie ist polyvalent, hypertonisch und ein amphoterer Chelatbildner. Diphotérine® ist eine sterile, wasserhaltige Spüllösung. Wenn Diphotérine® während der ersten Minute1 nachdem der Chemikalienspritzer erfolgt ist angewendet wird, verhindert oder minimiert es das Auftreten von Verletzungen und damit das Risiko von Folgeschäden.

1 Ausnahme: das LIS (50 ml Augenspülung), die kleinste Dosierung von Diphotérine®, muss innerhalb von 10 Sekunden angewendet werden.

 

 

Diphotérine®/Hexafluorine® neutralisiert aktiv die verschüttete Chemikalie. Diphotérine®/Hexafluorine® und seine Rückstände, die bei der Dekontaminierung von stark ätzenden Chemikalien entstehen, sind nicht toxisch und nicht umweltgefährdend. Benutztes Diphotérine®/Hexafluorine® kann über die Kanalisation entsorgt werden (im Gegensatz zu anderen Spüllösungen, die nach dem Einsatz immer noch aktive, chemische Substanzen enthalten und als Sondermüll entsorgt werden müssen).

 

 

Es gibt heute kein Produkt auf dem Markt, welches gleichzeitig folgende Eigenschaften aufweist:

  • Wirkt aktiv auf Laugen, Säuren, Lösungsmittel, Reduktoren, Chelatbildner und Oxidationsmittel
  • Ist hyperton
  • Ist phosphatfrei und unbedenklich ohne Nebenwirkungen anwendbar
  • Ist auf Augen und der Haut anwendbar
  • Verfügt über ein klares Anwendungsprotokoll

 

 

Afterwash® ist eine tränenisotonische Spüllösung. Sie kann nach dem Einsatz von Diphotérine® oder Hexafluorine ® eingesetzt werden, um den physiologischen pH-Wert wiederherzustellen oder um feste Chemiepartikel aus dem Auge zu spülen.

Bindemittel wie Trivorex® usw. sind Chemikalienbinder, die sich für die Neutralisation und Verfestigung von verschiedenen Arten von Chemikalienlachen eignen.

Prevor als Spezialist für den Umgang mit chemischem Risiko bietet folgendes an:

  • Bücher zu den Themen «Chemisches Risiko und Gesundheit am Arbeitsplatz», über die Vorbeugung beim Einsatz von Lösungsmitteln usw. sind in französischer Sprache erhältlich.
  • Fachseminare für Spezialisten aus dem Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheit (technische Aufsichtsbeamte, Sicherheitsingenieure, Arbeitsmediziner, Notärzte, Toxikologen) sowie Ausbilderseminare (für Personen, die Sicherheitsbelehrungen und Ausbildungen im Bereich Arbeitssicherheit durchführen,) zum Thema Erste Hilfe nach Kontamination mit Gefahrstoffen finden regelmässig in verschiedenen Städten statt.

 

 

Die tragbaren Duschen und Sprays funktionieren mit CO2. Prevor arbeitet nicht mit Treibgasen, welche schädlich für die Ozonschicht der Erde sind.

 

 

Diphotérine® hat viele Aktivstellen und reagiert dank seiner amphoteren Eigenschaften mit so entgegengesetzten chemischen Verbindungen wie Säuren/Basen, Oxidationsmitteln/ Reduktionsmitteln usw. Es ist ein Chelatbildner. Seine Hypertonizität erleichtert das Erreichen eines osmotischen Wertes, der das Eindringen der Chemikalie stoppt und die bereits eingedrungene Chemikalie aus dem Gewebe löst.

 

 

Diphotérine® ist polyvalent. Dadurch wirkt es bei einer breiten Palette von Chemikalien/Chemikalienarten (mehr als 1500 wurden in Vitro getestet), u. a. bei Säuren, Basen, Oxidationsmitteln, Reduktionsmitteln, irritierenden Stoffen, Lösungsmitteln und Augenreizstoffen. Daher ist Diphotérine® die logische Wahl, wenn es darum geht, Spritzer unbekannter Chemikalien zu dekontaminieren.

 

 

Diphotérine ist eine Entwicklung einer Gruppe von Ärzten, Chemieingenieuren und Apothekern. Das Labor Prevor, welches die Produkte herstellt, hat seinen Sitz und auch die Produktionsstätte in der Nähe von Paris/Frankreich.

 

 

Um das Produkt anwenden zu können, braucht man keine spezielle Ausbildung. Wichtig ist, dass man im Augenblick des Unfalls die richtige Reaktion zeigt und Diphotérine® sofort benutzt, ohne vorher noch mit anderen weniger oder nicht wirksamen Massnahmen Zeit zu verlieren.

 

 

Mit Diphotérine®/Hexafluorine® bewirken Sie eine Kühlung der Brandwunde, doch sollte man hierfür andere Produkte bevorzugen (z.B. Hydrogels wie Vesta), da diese besser zur Behandlung thermischer Brandwunden geeignet sind.

Bei einer Kombination von thermischen und chemischen Verbrennungen muss Diphotérine®/Hexafluorine® immer vor z.B. Vesta eingesetzt werden. Hydrogels und andere wasserähnliche Produkte können die Wirkung von Diphotérine®/Hexafluorine® wesentlich einschränken.

Es wird dringend empfohlen, zunächst die Verätzung und anschliessend die Verbrennung zu behandeln.

 

 

Diphotérine® kann zur Spülung von aktiven Chemikalien eingesetzt werden. Es sind Fälle des Einsatzes nach Unfällen mit Natriumhydroxidgranulat am Auge beschrieben worden.

Die Spülung mit Diphotérine® ermöglicht die Verdünnung und gleichzeitige Neutralisierung der Natronlauge: so wird je nach Kontaktdauer die Verätzung verhindert oder gestoppt. Diphotérine® eignet sich nicht zur Anwendung nach Unfällen mit weissem Phosphor.

 

 

Diphotérine® und Hexafluorine® werden schon länger erfolgreich in vielen Industriebetrieben und Rettungsdiensten in der Schweiz eingesetzt. Seit 2005 ist Tinovamed der Generalimporteur für die Prevor-Produkte und der einzige von Prevor autorisierte Händler in der Schweiz und Liechtenstein. 2016 benutzen in der Schweiz über 800 Industriebetriebe, Rettungsdienste, Spitäler, Polizeien, Feuerwehren und Augenkliniken das Produkt.

 

 

a) Ist Diphotérine® bei jeder Art von Chemikalie wirksam?
Diphotérine® hat eine begrenzte Wirksamkeit auf Flusssäure (HF) und ihre Derivate. Gegen diese Chemikalien wirkt Hexafluorine®. Es wird empfohlen, Diphotérine® nicht zur Dekontaminierung von weissem Phosphor zu verwenden.

b) Wirkt es bei einer verspäteten Spülung genauso wie beim Einsatz während der ersten Minute?
Die Spülung mit Diphotérine® ist am wirkungsvollsten, wenn sie so schnell wie möglich nach dem Auftreten des Chemikalienspritzers am Auge oder auf der Haut einsetzt (während der ersten Minute). Je länger die Spülung mit Diphotérine® herausgezögert wird, desto geringer ist die Chance dadurch die Verätzung zu verhindern oder in ihrer Schwere zu minimieren. Eine verspätete Spülung mit Diphotérine® kann die Reaktion der Chemikalie stoppen und dank der hypertonen Eigenschaft bereits eingedrungene Chemikalien aus dem Gewebe lösen. Die Verätzung kann bei einer verspäteten Spülung evtl. nicht verhindert werden, aber der Heilungsprozess kann im Zusammenhang mit weiteren spezifischen Behandlungen gefördert werden. Wenn die der Chemikalie ausgesetzten Zellen im Auge oder in der Haut bereits zerstört sind, hat Diphotérine® keine Wirkung mehr.

 

 

Die Produkte und Marken von Prevor sind weltweit patentiert.

 

 

Hexafluorine® ist ein Derivat von Diphotérine®, das speziell zur Dekontaminierung von Flusssäurespritzern ins Auge oder auf die Haut entwickelt wurde. Es wirkt gleichzeitig auf die ätzenden H+ Ionen und die giftigen F-Ionen der Flusssäure (HF), indem es die einen neutralisiert und die anderen chelatiert.

Mit Hexafluorine® können ebenfalls alle Derivate der Flusssäure dekontaminiert werden sowie Säuren allgemein.

Hexafluorine® wirkt aber nicht bei Basen, Oxidationsmitteln, Reduktionsmittel und Chelatbinder.

 

 

Ätzende und reizende Stoffe reagieren mit den biologischen Verbindungen der Haut oder des Auges. Dies kann zu sehr schlimmen Schädigungen oder Verätzungen der Haut oder des Auges führen.

Im Falle eines Haut- oder Augenkontakts mit einem ätzenden oder reizenden Gefahrstoff ist es sehr wichtig die Reaktion auf das Gewebe einzugrenzen. Das Gefahrstoff reagiert so lange auf das Gewebe wie sie in Kontakt mit ihm ist und keine Massnahme diese Aggressivität stoppt.

Um wirkungsvoll zu dekontaminieren, müssen die Kontaktdauer und die Reaktion des aggressiven Gefahrstoffs auf das Gewebe eingegrenzt werden. Hierzu muss man:

  • den Gefahrstoff von der Oberfläche der Haut oder des Auges entfernen
  • das Eindringen des Gefahrstoffs in das Innere des Gewebes stoppen und den bereits eingedrungenen Gefahrstoff entnehmen
  • das ätzende oder reizende Potential des Gefahrstoffs senken, um die Bildung einer Verätzung zu vermeiden.

Es muss also so schnell wie möglich gehandelt werden um den Gefahrstoff von seiner biologischen Angriffsfläche zu entfernen. Die Notfallbehandlung erfordert:

  • entkleiden Sie die Person. Sollte die Kleidung von dem ätzenden oder reizenden Gefahrstoff durchnässt sein, kann dieser bei Hautkontakt noch weiter reagieren
  • eine ausgiebige Spülung durchführen, die das mechanische Abspülen des Gefahrstoffs von der Körperoberfläche ermöglicht und ihn zu verdünnen um ihn weniger aggressiv zu machen.

Schnelles und gründliches Spülen ermöglicht eine effektive Dekontamination des Gewebes nach einem chemischen Kontakt.

«Gründlich mit Wasser spülen» – diese Empfehlung zur Dekontamination nach einem Gefahrstoffkonatkt ist geschichtlich und immer noch weit verbreitet. Das Spülen mit Wasser nach einem Gefahrstoffkontak hat Voraber auch Nachteile.

Wasser ist die erste Lösung zur Notdekontamination nach Gefahrstoffkontakt, die bekannt ist.

Das Spülen mit Wasser hat praktische Vorteile: die Verfügbarkeit und die Vielseitigkeit. Der Zugang zu Wasser ist in der Regel einfach und es ermöglicht eine Vielzahl an Chemikalien mit der gleichen Wirksamkeit zu spülen.

Die Wirkung von Wasser auf einen Gefahrstoff ist mechanisch: Wasser entfernt den Gefahrstoff von der Oberfläche der Haut oder des Auges. Dieser mechanische Effekt ist die Hauptwirkung der Spülung.

Darüber hinaus ist das Spülen mit einer grossen Wassermenge ausreichend um die Chemikalie zu verdünnen. Je weniger konzentriert der Gefahrstoff ist, umso weniger aggressiv ist er für das biologische Gewebe.

Das Spülen mit Wasser hat jedoch eine begrenzte Wirkung und einige Nachteile.

Die Spülung mit Wasser begünstigt das Eindringen des Gefahrstoffs in das Gewebeinnere. Wasser hat, im Vergleich zur Haut und zum Auge, einen geringeren osmotischen Druck. Ein Teil des zur Spülung genutzten Wassers wird in das Innere des Gewebes eindringen und einen Teil des Gefahrstoffs mitnehmen. Der Gefahrstoff, der eingedrungen ist, wird auf das Gewebe reagieren und Schädigungen und verätzungen verursachen. Dies nennt man «Effet Wash-In».

Das Spülen mit Wasser hat keine Wirkung auf den Gefahrstoff, der bereits in das Gewebe eingedrungen ist. Wasser kann den Gefahrstoff, der bereits in die Haut oder das Auge eingedrungen ist nicht entfernen. Die eingedrungene Menge des reizenden oder ätzenden Gefahrstoffs kann auf seine biologische Angriffsfläche wirken und Verätzungen verursachen. Somit hat der Gefahrstoff das physiologische Gleichgewicht zerstört, die Spülung mit Wasser kann nicht dazu beitrag zu einem normalen pH-Wert zurückzukehren. Eine Säure, die in die Haut eingedrungen ist wird den pH-Wert des kontaminierten Gewebes senken. Die Haut mit Wasser zu spülen ermöglicht keine Rückkehr zum normalen pH-Wert.

Wasser hat keine chemische Wirkung auf die Reaktivität des Gefahrstoffs. Die Gefahr eines Gefahrstoffs nimmt d urch das Spülen mit Wasser nicht ab.

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen ist die Interventionszeit für eine Spülung sehr kurz. In den Vereinigten Staaten empfiehlt die Norm des American National Standard Institute (ANSI) den Beginn einer Spülung innerhalb von 10 Sekunden nach dem Gefahrstoffkontakt mit dem Auge.

Um zusammenzufassen kann man sagen, dass eine Spülung mit Wasser:

  • ein mechanisches Abspüleffekt der Oberfläche
  • eine Verdünnung des Gefahrstoffes ermöglicht.

Experimentelle Studien haben gezeigt, dass eine Spülung mit Wasser nicht optimal ist und dass es möglich ist die Notfallbehandlung einer Verätzung, insbesondere bei ätzenden und reizenden Stoffen, zu verbessern.

 

 

Notfallprotokoll im Unternehmen

Erste-Hilfe-Spülung innerhalb der 1. Minute nach dem Kontakt mit der Flusssäure. Der gesamte Inhalt der Flasche muss entleert werden:

  • bei einer Augenkontamination spülen Sie mit der Hexafluorine® Augenspülflasche à 500 ml
  • bei einer Hautkontamination verwenden Sie eine Hexafluorine® Körperdusche à 5 l
  • bei kleineren Hautkontakten (z.B. ein Finger) kann auch anstelle der Hexafluorine® Körperdusche eine Hexafluorine® Augenspüflasche angewendet werden

Das Risiko der Vergiftung durch HF-Dämpfe ist nicht zu vernachlässigen, da das Einatmen der Dämpfe schnell erfolgt und sehr gefährlich sein kann.
Bei verschütteter oder ausgelaufener Flusssäure sollten ebenfalls Erste-Hilfe-Massnahmen vorgesehen sein, die das Risiko der Kontaminierung der Mitarbeiter einschränken: hier sollte der Chemikalienbinder Trivorex® eingesetzt werden.

Notfallprotokoll im Krankenhaus

  • bei einem Augenkontakt mit Flussäure: Spülung mit 500 ml Hexafluorine®, anschliessend medizinische Behandlung
  • bei einem Hautkontakt mit Flusssäure: Spülung mit einer Hexafluorine® Körperdusche à 5 l
  • bei Bedarf sollte Kalciumgluconatgel oder ein anderes Antidot unterspritzt bzw. intravasal gespritzt werden

Falls die kontaminierte Körperoberfläche mehr als 1% des Körpers übersteigt, sollte an Kalzämie, Kaliämie, Magnesiumämie, Phosphorämie gedacht werden.

Diphotérine® sollte so schnell wie möglich nach einem Chemikalienspritzer eingesetzt werden, ausser wenn es sich um Flusssäure (HF) handelt. In diesem Fall muss Hexafluorine® benutzt werden.

Da Diphotérine® bei einer grossen Bandbreite von Chemikalien wirkt, eignet es sich besonders für den Fall, in dem nicht bekannt ist, um welche Chemikalie es sich handelt.

*Liste der getesteten Chemikalien unter www.tinovamed.ch abruf- und downloadbar.

 

 

Um seine optimale Wirksamkeit zu entfalten, muss Diphotérine® so schnell wie möglich (innerhalb der ersten Minute nach der Kontamination) eingesetzt werden nachdem der Haut- oder Augenspritzer erfolgt ist. Es sollte eine ausreichende Menge verwendet werden.

Bereits mit dem Beginn der Anwendung von Diphotérine® kommt es zu einem Nachlassen des Schmerzes. Zudem ist bei einem Kontakt mit Chemikalien im Notfall nicht immer klar, um welchen Gefahrstoff es sich handelt. Der Betroffene hat möglicherweise Kontakt mit einem Gefahrstoff gehabt, dessen Konzentration nicht bekannt ist oder es ist nicht klar zu welcher Stoffgruppe er gehört. Deshalb sollte ein einfaches Protokoll gelten, das in jedem Fall dazu führt, dass das gewünschte Ergebnis erzielt wird. Aus diesem Grund muss immer der gesamte Inhalt des Produkts innerhalb der von Prevor angegebenen Interventionszeit verwendet werden. Damit stellt sich auch nicht das Problem teilentleerter Verpackungseinheiten, mit denen die notwendige Menge zur Dekontamination eines durch einen künftigen Unfall betroffenen Mitarbeiters nicht mehr zur Verfügung steht.

Um das Produkt anwenden zu können, braucht man keine spezielle Ausbildung. Wichtig ist, dass man im Augenblick des Unfalls die richtige Reaktion zeigt und Diphotérine® sofort benutzt, ohne vorher noch mit anderen weniger oder nicht wirksamen Massnahmen Zeit zu verlieren.

 

 

Der Einsatz von Diphotérine® gegen verschluckte, ätzende Stoffe wird derzeit an Schweinen getestet. Die ersten Testergebnisse deuten darauf hin, dass es in diesem Zusammenhang wirksam ist. Zurzeit wird es nicht für die innere Anwendung beim Menschen empfohlen. Diphotérine® ist nicht toxisch, weil die LD50 bei oraler Einnahme über 2000 mg/kg liegt.

 

 

Nichts. Diphotérine® und Hexafluorine® sind nicht toxisch und nicht irritierend. Sie sind kein Sensibilisator.

 

 

Diphotérine® und Hexafluorine® sind frei erhältlich, auch nach dem Inkrafttreten der EG Direktive 93/42 CEE von 14. Juni 1993 betreffend medizinische Produkte. Diphotérine® hat das EG Zertifikat CE 0459 seit dem 30. September 1996. Die Referenz lautet folgendermassen: certificat 1/3 No: 0202/B5S/1 Gmed CE 0459.

 

 

Die Spüllösungen von Prevor gegen Verätzungen bei Chemikalienkontakt entsprechen der Europäischen Norm EN15154, da dem Nutzer ein klares Anwenderprotokoll zum Erlangen des geforderten Ergebnisses zur Verfügung gestellt wird.

Prevor hat die Ungefährlichkeit seiner Spüllösungen getestet, stellt eine Liste der mit seinen Spüllösungen zu dekontaminierenden Chemikalien bereit und informiert Sie über die Grenzen dieser Spüllösungen.

Diese Informationen zur Normkonformität stehen im Allgemeinen zu den auf dem Markt befindlichen Spüllösungen (Phosphat- oder Boratpuffer, Kochsalzlösung) nicht zur Verfügung, weil sie im Allgemeinen nicht mit den Anforderungen der Norm EN15154 kompatibel sind, was die Unbedenklichkeit und die Wirksamkeit betrifft.

 

 

Prevor hat sein patentiertes Augenspülsystem auf den Markt gebracht, um verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden, besonders aber der Notfallversorgung im Unternehmen:

  • es ermöglicht jedem Unfallopfer, die Spülung alleine durchzuführen
  • es ermöglicht dem Verletzten das Auge korrekt zu öffnen, damit eine wirksame Spülung erfolgen kann
  • es ermöglicht eine anhaltende und gleichmässig verteilte Spülung der Hornhautoberfläche

Der Einsatz einer Morgan-Linse wurde in Erwägung gezogen, dann aber aufgrund folgender Versuchsergebnisse nicht verwirklicht:

  • Es ist problematisch, die Linse im Notfall einzusetzen, weil die Interventionszeit dann von höchster Bedeutung ist
  • Da nicht die gesamte Oberfläche des Auges gleichmässig gespült wird, kann nicht in allen Fällen die gleiche Wirksamkeit gewährleistet werden

Aus diesen Gründen hat Prevor sein spezielles Augenspülsystem entwickelt und es patentieren lassen.

*Anmerkung: Beschreibung einer Morgan-Linse: Schlauch, der mit einer perforierten Linse verbunden ist. Durchmesser des Schlauchs < 2 mm. Linse aus Polystyrol mit angeklebtem Schlauch.

Die Morgan-Linse wurde konzipiert, um die Spülung des Auges in Abwesenheit von medizinischem Personal weiterlaufen zu lassen. Insofern könnte dieses Hilfsmittel einen Vorteil im Falle eines Schwerverletzten oder bei der Behandlung einer grossen Anzahl von Patienten darstellen.

Dennoch empfehlen die von uns zu Rate gezogenen Augenärzte den Einsatz der Morgan-Linse nach einem Chemikalienspritzer nicht, weil die Gefahr besteht, das die Verteilung der Spüllösung nicht ausreichend gleichmässig erfolgt. Es wurde nämlich festgestellt, dass die Spüllösung Vertiefungen folgt und bestimmte Bereiche nicht gespült werden. Um aber die Wirksamkeit einer Spülung nach einem Chemikalienspritzer sicherzustellen, muss die gesamte Hornhaut und die Konjunktivalsäcke gespült werden. Wir gehen daher davon aus, dass die Morgan-Linse nicht die gleichen Vorteile garantieren kann wie eine manuelle Spülung durch einen Facharzt.

 

 

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