All FAQs

Die Produkte gefrieren bei – 1ºC ohne sich zu verändern. Es sei an dieser Stelle daran erinnert, dass heizbare Schutzschränke erhältlich sind, welche es ermöglichen, Diphotérine® oder Hexafluorine® auch im Aussenbereich während der kalten Jahreszeit verfügbar zu halten. In Extremfällen kann Diphotérine®/Hexafluorine® Temperaturen von 250ºC bis zu 20 Minuten ohne Schaden überstehen.

 

 

Ja, mehrere Anwender (u.a. Rhône Poulenc, Alusuisse, Martinswerk, Avesti…) haben Fallsammlungen über chemische Verbrennungen gemacht, die mit Diphotérine® oder Hexafluorine® erstbehandelt wurden. Es wurde u.a. festgestellt, dass der durchschnittliche Arbeitsausfall bei der Anwendung von Diphotérine® und Hexafluorine ® im Vergleich zu einer Spülung mit Wasser beträchtlich herabgesetzt werden konnte. Auf Anfrage stellen wir Ihnen gerne die entsprechenden Studien zur Verfügung oder Sie finden eine Übersicht der Studien unter www.diphoterine.ch.

 

 

Ja. Diphotérine®/Hexafluorine® können mit Radionukleiden wie Strontium, Kobalt, Cäsium und Uran Chelate bilden. Sie können mit Anionen wie Oxalat Chelate bilden, aber nicht Kalzium oder Magnesium.

 

 

Nein. Diphotérine® und Hexafluorine® sind keine Medikamente, sondern Medizinprodukte, die nicht zur Heilung einer Wunde benutzt werden, sondern dazu dienen, das chemische Produkt zu entfernen, um zu verhindern, dass es zu Haut- und/oder Augenschäden kommt. Sie haben keine physiologische Wirkung auf das Auge oder die Haut. Diphotérine® und Hexafluorine® sind als Medizinprodukte registriert.

 

 

Diphotérine® ist nicht toxisch (LD50 > 2000 mg/kg oral/über die Haut akut, bei Tierversuchen ermittelt). Bei der Verwendung durch Menschen am Arbeitsplatz gibt es keine Hinweise auf Toxizität. Dazu wurden vom Hersteller pharmakologische Tests durchgeführt. Es wurde keine erbgutverändernde Wirkung beim Ames-Mutagenitäts-Test festgestellt.

Diphotérine® und seine Rückstände durch Reaktion mit starken Säuren oder Basen wirken auf Kaninchenaugen nicht irritierend. Auf gesunde Augen beim Menschen wirken sie ebenfalls nicht irritierend. Es gibt keinen Hinweis auf eine schädigende Wirkung durch die Anwendung von Diphotérine® nach Arbeitsunfällen im industriellen Bereich. Tests bei Meerschweinchen ergaben, dass Diphotérine® die Haut nicht reizt. Tests zur Ökotoxizität haben ergeben, dass Diphotérine® auf Standardorganismen nicht toxisch wirkt.

 

 

Da es ein Chelatbildner ist, kann Diphotérine® zur Dekontaminierung von Metallen (wie den radioaktiven Elementen Uran-238, Cäsium-137, Strontium/Yttrium-90 und Kobalt-60) verwendet werden. Da es eine sterile wasserhaltige Lösung ist, ermöglicht Diphotérine® die Verdünnung und mechanische Abspülung bei Staub und anderen trägen chemischen Substanzen. Für Staub und träge chemische Partikel ist die isotonische Spüllösung Afterwash® besser geeignet.

 

 

Diphotérine® (und auch Hexafluorine®), das direkt auf die Chemikalie einwirkt, lindert den Schmerz schnell. Ein Schmerzmittel ist deshalb praktisch unnötig. Wenn es laut dem Notfallplan mancher Unternehmen oder Augenkliniken eingesetzt wird, kann es nur einen zusätzlichen synergetischen Effekt haben.

 

 

Studien des INRS (Institut National de Recherche Scientifique, Paris) haben ergeben, dass eine Spülung mit Wasser vor der Spülung mit Diphotérine®/Hexafluorine® zu schlechteren Ergebnissen führt, als wenn nur Diphotérine ®/Hexafluorine® eingesetzt wird. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass eine erste Spülung mit Wasser oder Kochsalzlösung den Einsatz der aktiven Spüllösungen Diphotérine®/Hexafluorine® hinauszögert. Zudem wirken Wasser, NaCl usw. hypoton und die ins Gewebe vorgedrungene Chemikalie wird dadurch nicht gestoppt.

 

 

Diphotérine® wird weltweit unter diesem Namen angeboten. Die Ausnahme bilden Deutschland und Österreich: bei der Entwicklung des Produktes wurde für diese Märkte ein anderer Stabilisator gewählt und das Produkt Previn® bezeichnet. Diphotérine® und Previn® besitzen die identische Wirksamkeit und verlangen dasselbe Anwendungs-Protokoll.

Der Unterschied liegt alleine in der Haltbarkeit:

  • Haltbarkeit von Previn®: 1 Jahr
  • Haltbarkeit von Diphotérine®: 2 Jahre

 

 

Nach 24 Monaten hat sich eine bestimmte Anzahl Diphotérine® Moleküle untereinander verbunden, um stabil zu sein. Diese können im Notfall nicht mehr zur Verfügung stehen, um Säure oder Laugenmoleküle unschädlich zu machen. Diphotérine® verliert also an Wirkung. Aus diesem Grund sind wir auch darauf bedacht, Sie auf mögliche abgelaufene Produkte hinzuweisen.

 

 

Eine amphotere Verbindung kann aus so entgegengesetzten Chemikalien wie Säuren/Basen oder Oxidationsmitteln/ Reduktionsmitteln Chelate bilden (und damit dekontaminieren). Das Spülen mit einer amphoteren Lösung wie Diphotérine®/Hexafluorine® erlaubt die schnelle Rückkehr zu einem physiologischen pH-Wert und erzielt dadurch ein sicheres Ergebnis der Spülung.

 

 

Diphotérine®/Hexafluorine® sind hypertone Spüllösungen, weil sie das Eindringen der Chemikalie in das Gewebe verhindern oder stoppen. Ein hyperosmolarer Druck stellt einen Fluss vom Gewebeinneren an die Oberfläche her. Dadurch wird die Chemikalie aus dem Gewebe an die Oberfläche der Haut oder des Auges transportiert. Mit einer hypertonen Spüllösung wird die Dekontaminierung also beschleunigt.

 

 

Diphotérine® ist eine Erste-Hilfe-Spüllösung zur Behandlung von Chemikalienspritzern auf der Haut und in den Augen. Sie ist polyvalent, hypertonisch und ein amphoterer Chelatbildner. Diphotérine® ist eine sterile, wasserhaltige Spüllösung. Wenn Diphotérine® während der ersten Minute1 nachdem der Chemikalienspritzer erfolgt ist angewendet wird, verhindert oder minimiert es das Auftreten von Verletzungen und damit das Risiko von Folgeschäden.

1 Ausnahme: das LIS (50 ml Augenspülung), die kleinste Dosierung von Diphotérine®, muss innerhalb von 10 Sekunden angewendet werden.

 

 

Diphotérine®/Hexafluorine® neutralisiert aktiv die verschüttete Chemikalie. Diphotérine®/Hexafluorine® und seine Rückstände, die bei der Dekontaminierung von stark ätzenden Chemikalien entstehen, sind nicht toxisch und nicht umweltgefährdend. Benutztes Diphotérine®/Hexafluorine® kann über die Kanalisation entsorgt werden (im Gegensatz zu anderen Spüllösungen, die nach dem Einsatz immer noch aktive, chemische Substanzen enthalten und als Sondermüll entsorgt werden müssen).

 

 

Es gibt heute kein Produkt auf dem Markt, welches gleichzeitig folgende Eigenschaften aufweist:

  • Wirkt aktiv auf Laugen, Säuren, Lösungsmittel, Reduktoren, Chelatbildner und Oxidationsmittel
  • Ist hyperton
  • Ist phosphatfrei und unbedenklich ohne Nebenwirkungen anwendbar
  • Ist auf Augen und der Haut anwendbar
  • Verfügt über ein klares Anwendungsprotokoll

 

 

Afterwash® ist eine tränenisotonische Spüllösung. Sie kann nach dem Einsatz von Diphotérine® oder Hexafluorine ® eingesetzt werden, um den physiologischen pH-Wert wiederherzustellen oder um feste Chemiepartikel aus dem Auge zu spülen.

Bindemittel wie Trivorex® usw. sind Chemikalienbinder, die sich für die Neutralisation und Verfestigung von verschiedenen Arten von Chemikalienlachen eignen.

Prevor als Spezialist für den Umgang mit chemischem Risiko bietet folgendes an:

  • Bücher zu den Themen «Chemisches Risiko und Gesundheit am Arbeitsplatz», über die Vorbeugung beim Einsatz von Lösungsmitteln usw. sind in französischer Sprache erhältlich.
  • Fachseminare für Spezialisten aus dem Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheit (technische Aufsichtsbeamte, Sicherheitsingenieure, Arbeitsmediziner, Notärzte, Toxikologen) sowie Ausbilderseminare (für Personen, die Sicherheitsbelehrungen und Ausbildungen im Bereich Arbeitssicherheit durchführen,) zum Thema Erste Hilfe nach Kontamination mit Gefahrstoffen finden regelmässig in verschiedenen Städten statt.

 

 

Die tragbaren Duschen und Sprays funktionieren mit CO2. Prevor arbeitet nicht mit Treibgasen, welche schädlich für die Ozonschicht der Erde sind.

 

 

Diphotérine® hat viele Aktivstellen und reagiert dank seiner amphoteren Eigenschaften mit so entgegengesetzten chemischen Verbindungen wie Säuren/Basen, Oxidationsmitteln/ Reduktionsmitteln usw. Es ist ein Chelatbildner. Seine Hypertonizität erleichtert das Erreichen eines osmotischen Wertes, der das Eindringen der Chemikalie stoppt und die bereits eingedrungene Chemikalie aus dem Gewebe löst.

 

 

Diphotérine® ist polyvalent. Dadurch wirkt es bei einer breiten Palette von Chemikalien/Chemikalienarten (mehr als 1500 wurden in Vitro getestet), u. a. bei Säuren, Basen, Oxidationsmitteln, Reduktionsmitteln, irritierenden Stoffen, Lösungsmitteln und Augenreizstoffen. Daher ist Diphotérine® die logische Wahl, wenn es darum geht, Spritzer unbekannter Chemikalien zu dekontaminieren.

 

 

Diphotérine ist eine Entwicklung einer Gruppe von Ärzten, Chemieingenieuren und Apothekern. Das Labor Prevor, welches die Produkte herstellt, hat seinen Sitz und auch die Produktionsstätte in der Nähe von Paris/Frankreich.

 

 

Um das Produkt anwenden zu können, braucht man keine spezielle Ausbildung. Wichtig ist, dass man im Augenblick des Unfalls die richtige Reaktion zeigt und Diphotérine® sofort benutzt, ohne vorher noch mit anderen weniger oder nicht wirksamen Massnahmen Zeit zu verlieren.

 

 

Mit Diphotérine®/Hexafluorine® bewirken Sie eine Kühlung der Brandwunde, doch sollte man hierfür andere Produkte bevorzugen (z.B. Hydrogels wie Vesta), da diese besser zur Behandlung thermischer Brandwunden geeignet sind.

Bei einer Kombination von thermischen und chemischen Verbrennungen muss Diphotérine®/Hexafluorine® immer vor z.B. Vesta eingesetzt werden. Hydrogels und andere wasserähnliche Produkte können die Wirkung von Diphotérine®/Hexafluorine® wesentlich einschränken.

Es wird dringend empfohlen, zunächst die Verätzung und anschliessend die Verbrennung zu behandeln.

 

 

Diphotérine® kann zur Spülung von aktiven Chemikalien eingesetzt werden. Es sind Fälle des Einsatzes nach Unfällen mit Natriumhydroxidgranulat am Auge beschrieben worden.

Die Spülung mit Diphotérine® ermöglicht die Verdünnung und gleichzeitige Neutralisierung der Natronlauge: so wird je nach Kontaktdauer die Verätzung verhindert oder gestoppt. Diphotérine® eignet sich nicht zur Anwendung nach Unfällen mit weissem Phosphor.

 

 

Diphotérine® und Hexafluorine® werden schon länger erfolgreich in vielen Industriebetrieben und Rettungsdiensten in der Schweiz eingesetzt. Seit 2005 ist Tinovamed der Generalimporteur für die Prevor-Produkte und der einzige von Prevor autorisierte Händler in der Schweiz und Liechtenstein. 2016 benutzen in der Schweiz über 800 Industriebetriebe, Rettungsdienste, Spitäler, Polizeien, Feuerwehren und Augenkliniken das Produkt.

 

 

a) Ist Diphotérine® bei jeder Art von Chemikalie wirksam?
Diphotérine® hat eine begrenzte Wirksamkeit auf Flusssäure (HF) und ihre Derivate. Gegen diese Chemikalien wirkt Hexafluorine®. Es wird empfohlen, Diphotérine® nicht zur Dekontaminierung von weissem Phosphor zu verwenden.

b) Wirkt es bei einer verspäteten Spülung genauso wie beim Einsatz während der ersten Minute?
Die Spülung mit Diphotérine® ist am wirkungsvollsten, wenn sie so schnell wie möglich nach dem Auftreten des Chemikalienspritzers am Auge oder auf der Haut einsetzt (während der ersten Minute). Je länger die Spülung mit Diphotérine® herausgezögert wird, desto geringer ist die Chance dadurch die Verätzung zu verhindern oder in ihrer Schwere zu minimieren. Eine verspätete Spülung mit Diphotérine® kann die Reaktion der Chemikalie stoppen und dank der hypertonen Eigenschaft bereits eingedrungene Chemikalien aus dem Gewebe lösen. Die Verätzung kann bei einer verspäteten Spülung evtl. nicht verhindert werden, aber der Heilungsprozess kann im Zusammenhang mit weiteren spezifischen Behandlungen gefördert werden. Wenn die der Chemikalie ausgesetzten Zellen im Auge oder in der Haut bereits zerstört sind, hat Diphotérine® keine Wirkung mehr.

 

 

Die Produkte und Marken von Prevor sind weltweit patentiert.

 

 

Hexafluorine® ist ein Derivat von Diphotérine®, das speziell zur Dekontaminierung von Flusssäurespritzern ins Auge oder auf die Haut entwickelt wurde. Es wirkt gleichzeitig auf die ätzenden H+ Ionen und die giftigen F-Ionen der Flusssäure (HF), indem es die einen neutralisiert und die anderen chelatiert.

Mit Hexafluorine® können ebenfalls alle Derivate der Flusssäure dekontaminiert werden sowie Säuren allgemein.

Hexafluorine® wirkt aber nicht bei Basen, Oxidationsmitteln, Reduktionsmittel und Chelatbinder.

 

 

Ätzende und reizende Stoffe reagieren mit den biologischen Verbindungen der Haut oder des Auges. Dies kann zu sehr schlimmen Schädigungen oder Verätzungen der Haut oder des Auges führen.

Im Falle eines Haut- oder Augenkontakts mit einem ätzenden oder reizenden Gefahrstoff ist es sehr wichtig die Reaktion auf das Gewebe einzugrenzen. Das Gefahrstoff reagiert so lange auf das Gewebe wie sie in Kontakt mit ihm ist und keine Massnahme diese Aggressivität stoppt.

Um wirkungsvoll zu dekontaminieren, müssen die Kontaktdauer und die Reaktion des aggressiven Gefahrstoffs auf das Gewebe eingegrenzt werden. Hierzu muss man:

  • den Gefahrstoff von der Oberfläche der Haut oder des Auges entfernen
  • das Eindringen des Gefahrstoffs in das Innere des Gewebes stoppen und den bereits eingedrungenen Gefahrstoff entnehmen
  • das ätzende oder reizende Potential des Gefahrstoffs senken, um die Bildung einer Verätzung zu vermeiden.

Es muss also so schnell wie möglich gehandelt werden um den Gefahrstoff von seiner biologischen Angriffsfläche zu entfernen. Die Notfallbehandlung erfordert:

  • entkleiden Sie die Person. Sollte die Kleidung von dem ätzenden oder reizenden Gefahrstoff durchnässt sein, kann dieser bei Hautkontakt noch weiter reagieren
  • eine ausgiebige Spülung durchführen, die das mechanische Abspülen des Gefahrstoffs von der Körperoberfläche ermöglicht und ihn zu verdünnen um ihn weniger aggressiv zu machen.

Schnelles und gründliches Spülen ermöglicht eine effektive Dekontamination des Gewebes nach einem chemischen Kontakt.

«Gründlich mit Wasser spülen» – diese Empfehlung zur Dekontamination nach einem Gefahrstoffkonatkt ist geschichtlich und immer noch weit verbreitet. Das Spülen mit Wasser nach einem Gefahrstoffkontak hat Voraber auch Nachteile.

Wasser ist die erste Lösung zur Notdekontamination nach Gefahrstoffkontakt, die bekannt ist.

Das Spülen mit Wasser hat praktische Vorteile: die Verfügbarkeit und die Vielseitigkeit. Der Zugang zu Wasser ist in der Regel einfach und es ermöglicht eine Vielzahl an Chemikalien mit der gleichen Wirksamkeit zu spülen.

Die Wirkung von Wasser auf einen Gefahrstoff ist mechanisch: Wasser entfernt den Gefahrstoff von der Oberfläche der Haut oder des Auges. Dieser mechanische Effekt ist die Hauptwirkung der Spülung.

Darüber hinaus ist das Spülen mit einer grossen Wassermenge ausreichend um die Chemikalie zu verdünnen. Je weniger konzentriert der Gefahrstoff ist, umso weniger aggressiv ist er für das biologische Gewebe.

Das Spülen mit Wasser hat jedoch eine begrenzte Wirkung und einige Nachteile.

Die Spülung mit Wasser begünstigt das Eindringen des Gefahrstoffs in das Gewebeinnere. Wasser hat, im Vergleich zur Haut und zum Auge, einen geringeren osmotischen Druck. Ein Teil des zur Spülung genutzten Wassers wird in das Innere des Gewebes eindringen und einen Teil des Gefahrstoffs mitnehmen. Der Gefahrstoff, der eingedrungen ist, wird auf das Gewebe reagieren und Schädigungen und verätzungen verursachen. Dies nennt man «Effet Wash-In».

Das Spülen mit Wasser hat keine Wirkung auf den Gefahrstoff, der bereits in das Gewebe eingedrungen ist. Wasser kann den Gefahrstoff, der bereits in die Haut oder das Auge eingedrungen ist nicht entfernen. Die eingedrungene Menge des reizenden oder ätzenden Gefahrstoffs kann auf seine biologische Angriffsfläche wirken und Verätzungen verursachen. Somit hat der Gefahrstoff das physiologische Gleichgewicht zerstört, die Spülung mit Wasser kann nicht dazu beitrag zu einem normalen pH-Wert zurückzukehren. Eine Säure, die in die Haut eingedrungen ist wird den pH-Wert des kontaminierten Gewebes senken. Die Haut mit Wasser zu spülen ermöglicht keine Rückkehr zum normalen pH-Wert.

Wasser hat keine chemische Wirkung auf die Reaktivität des Gefahrstoffs. Die Gefahr eines Gefahrstoffs nimmt d urch das Spülen mit Wasser nicht ab.

Um ein optimales Ergebnis zu erzielen ist die Interventionszeit für eine Spülung sehr kurz. In den Vereinigten Staaten empfiehlt die Norm des American National Standard Institute (ANSI) den Beginn einer Spülung innerhalb von 10 Sekunden nach dem Gefahrstoffkontakt mit dem Auge.

Um zusammenzufassen kann man sagen, dass eine Spülung mit Wasser:

  • ein mechanisches Abspüleffekt der Oberfläche
  • eine Verdünnung des Gefahrstoffes ermöglicht.

Experimentelle Studien haben gezeigt, dass eine Spülung mit Wasser nicht optimal ist und dass es möglich ist die Notfallbehandlung einer Verätzung, insbesondere bei ätzenden und reizenden Stoffen, zu verbessern.

 

 

Notfallprotokoll im Unternehmen

Erste-Hilfe-Spülung innerhalb der 1. Minute nach dem Kontakt mit der Flusssäure. Der gesamte Inhalt der Flasche muss entleert werden:

  • bei einer Augenkontamination spülen Sie mit der Hexafluorine® Augenspülflasche à 500 ml
  • bei einer Hautkontamination verwenden Sie eine Hexafluorine® Körperdusche à 5 l
  • bei kleineren Hautkontakten (z.B. ein Finger) kann auch anstelle der Hexafluorine® Körperdusche eine Hexafluorine® Augenspüflasche angewendet werden

Das Risiko der Vergiftung durch HF-Dämpfe ist nicht zu vernachlässigen, da das Einatmen der Dämpfe schnell erfolgt und sehr gefährlich sein kann.
Bei verschütteter oder ausgelaufener Flusssäure sollten ebenfalls Erste-Hilfe-Massnahmen vorgesehen sein, die das Risiko der Kontaminierung der Mitarbeiter einschränken: hier sollte der Chemikalienbinder Trivorex® eingesetzt werden.

Notfallprotokoll im Krankenhaus

  • bei einem Augenkontakt mit Flussäure: Spülung mit 500 ml Hexafluorine®, anschliessend medizinische Behandlung
  • bei einem Hautkontakt mit Flusssäure: Spülung mit einer Hexafluorine® Körperdusche à 5 l
  • bei Bedarf sollte Kalciumgluconatgel oder ein anderes Antidot unterspritzt bzw. intravasal gespritzt werden

Falls die kontaminierte Körperoberfläche mehr als 1% des Körpers übersteigt, sollte an Kalzämie, Kaliämie, Magnesiumämie, Phosphorämie gedacht werden.

Diphotérine® sollte so schnell wie möglich nach einem Chemikalienspritzer eingesetzt werden, ausser wenn es sich um Flusssäure (HF) handelt. In diesem Fall muss Hexafluorine® benutzt werden.

Da Diphotérine® bei einer grossen Bandbreite von Chemikalien wirkt, eignet es sich besonders für den Fall, in dem nicht bekannt ist, um welche Chemikalie es sich handelt.

*Liste der getesteten Chemikalien unter www.tinovamed.ch abruf- und downloadbar.

 

 

Um seine optimale Wirksamkeit zu entfalten, muss Diphotérine® so schnell wie möglich (innerhalb der ersten Minute nach der Kontamination) eingesetzt werden nachdem der Haut- oder Augenspritzer erfolgt ist. Es sollte eine ausreichende Menge verwendet werden.

Bereits mit dem Beginn der Anwendung von Diphotérine® kommt es zu einem Nachlassen des Schmerzes. Zudem ist bei einem Kontakt mit Chemikalien im Notfall nicht immer klar, um welchen Gefahrstoff es sich handelt. Der Betroffene hat möglicherweise Kontakt mit einem Gefahrstoff gehabt, dessen Konzentration nicht bekannt ist oder es ist nicht klar zu welcher Stoffgruppe er gehört. Deshalb sollte ein einfaches Protokoll gelten, das in jedem Fall dazu führt, dass das gewünschte Ergebnis erzielt wird. Aus diesem Grund muss immer der gesamte Inhalt des Produkts innerhalb der von Prevor angegebenen Interventionszeit verwendet werden. Damit stellt sich auch nicht das Problem teilentleerter Verpackungseinheiten, mit denen die notwendige Menge zur Dekontamination eines durch einen künftigen Unfall betroffenen Mitarbeiters nicht mehr zur Verfügung steht.

Um das Produkt anwenden zu können, braucht man keine spezielle Ausbildung. Wichtig ist, dass man im Augenblick des Unfalls die richtige Reaktion zeigt und Diphotérine® sofort benutzt, ohne vorher noch mit anderen weniger oder nicht wirksamen Massnahmen Zeit zu verlieren.

 

 

Der Einsatz von Diphotérine® gegen verschluckte, ätzende Stoffe wird derzeit an Schweinen getestet. Die ersten Testergebnisse deuten darauf hin, dass es in diesem Zusammenhang wirksam ist. Zurzeit wird es nicht für die innere Anwendung beim Menschen empfohlen. Diphotérine® ist nicht toxisch, weil die LD50 bei oraler Einnahme über 2000 mg/kg liegt.

 

 

Nichts. Diphotérine® und Hexafluorine® sind nicht toxisch und nicht irritierend. Sie sind kein Sensibilisator.

 

 

Diphotérine® und Hexafluorine® sind frei erhältlich, auch nach dem Inkrafttreten der EG Direktive 93/42 CEE von 14. Juni 1993 betreffend medizinische Produkte. Diphotérine® hat das EG Zertifikat CE 0459 seit dem 30. September 1996. Die Referenz lautet folgendermassen: certificat 1/3 No: 0202/B5S/1 Gmed CE 0459.

 

 

Die Spüllösungen von Prevor gegen Verätzungen bei Chemikalienkontakt entsprechen der Europäischen Norm EN15154, da dem Nutzer ein klares Anwenderprotokoll zum Erlangen des geforderten Ergebnisses zur Verfügung gestellt wird.

Prevor hat die Ungefährlichkeit seiner Spüllösungen getestet, stellt eine Liste der mit seinen Spüllösungen zu dekontaminierenden Chemikalien bereit und informiert Sie über die Grenzen dieser Spüllösungen.

Diese Informationen zur Normkonformität stehen im Allgemeinen zu den auf dem Markt befindlichen Spüllösungen (Phosphat- oder Boratpuffer, Kochsalzlösung) nicht zur Verfügung, weil sie im Allgemeinen nicht mit den Anforderungen der Norm EN15154 kompatibel sind, was die Unbedenklichkeit und die Wirksamkeit betrifft.

 

 

Prevor hat sein patentiertes Augenspülsystem auf den Markt gebracht, um verschiedenen Anforderungen gerecht zu werden, besonders aber der Notfallversorgung im Unternehmen:

  • es ermöglicht jedem Unfallopfer, die Spülung alleine durchzuführen
  • es ermöglicht dem Verletzten das Auge korrekt zu öffnen, damit eine wirksame Spülung erfolgen kann
  • es ermöglicht eine anhaltende und gleichmässig verteilte Spülung der Hornhautoberfläche

Der Einsatz einer Morgan-Linse wurde in Erwägung gezogen, dann aber aufgrund folgender Versuchsergebnisse nicht verwirklicht:

  • Es ist problematisch, die Linse im Notfall einzusetzen, weil die Interventionszeit dann von höchster Bedeutung ist
  • Da nicht die gesamte Oberfläche des Auges gleichmässig gespült wird, kann nicht in allen Fällen die gleiche Wirksamkeit gewährleistet werden

Aus diesen Gründen hat Prevor sein spezielles Augenspülsystem entwickelt und es patentieren lassen.

*Anmerkung: Beschreibung einer Morgan-Linse: Schlauch, der mit einer perforierten Linse verbunden ist. Durchmesser des Schlauchs < 2 mm. Linse aus Polystyrol mit angeklebtem Schlauch.

Die Morgan-Linse wurde konzipiert, um die Spülung des Auges in Abwesenheit von medizinischem Personal weiterlaufen zu lassen. Insofern könnte dieses Hilfsmittel einen Vorteil im Falle eines Schwerverletzten oder bei der Behandlung einer grossen Anzahl von Patienten darstellen.

Dennoch empfehlen die von uns zu Rate gezogenen Augenärzte den Einsatz der Morgan-Linse nach einem Chemikalienspritzer nicht, weil die Gefahr besteht, das die Verteilung der Spüllösung nicht ausreichend gleichmässig erfolgt. Es wurde nämlich festgestellt, dass die Spüllösung Vertiefungen folgt und bestimmte Bereiche nicht gespült werden. Um aber die Wirksamkeit einer Spülung nach einem Chemikalienspritzer sicherzustellen, muss die gesamte Hornhaut und die Konjunktivalsäcke gespült werden. Wir gehen daher davon aus, dass die Morgan-Linse nicht die gleichen Vorteile garantieren kann wie eine manuelle Spülung durch einen Facharzt.

 

 

Notfallmässige/dringliche Zustände, bei denen ein intraossärer Zugang vorteilhaft sein könnte:

  • Sepsis
  • Therapeutische Hypothermie
  • Geänderter Bewusstseinszustand
  • Atembeschwerden/-stillstand
  • Herzbeschwerden/-stillstand
  • Epileptische Anfälle/Status epilepticus
  • Nierenerkrankung im Endstadium
  • Diabetes
  • Hämodynamische Instabilität
  • Schock
  • Herzstillstand
  • Atemstillstand
  • Schere Verletzungen
  • Hypovolämie
  • Sichelzellkrise
  • Morbide Adipositas
  • Crush-Intubation (Rapid Sequence Induction)
  • Überbrückung bis zur Anlage eines Zentralvenenkatheters
  • Schlaganfall
  • Drogenüberdosis
  • Verbrennungen
  • Dehydratation
  • Anaphylaxie
  • Kardiale Arrhythmien

Nicht dringliche Situationen, in denen ein intraossärer Zugang vorteilhaft sein könnte:

  • Schwieriger Gefässzugang
  • Antibiotikatherapie
  • Sedierung für einen Eingriff
  • Schmerzbehandlung
  • Brustschmerzen
  • Laboranalyse
  • Vollnarkose
  • Stoffwechselstörungen
  • Rehydratation
  • Einleitung der Wehen
  • Chirurgische Eingriffe

 

 

Es gibt keinen offiziellen „Zertifizierungs“-Prozess, ausser wenn dies von einer Organisation, einem leitenden Arzt oder einem Spital verlangt wird. Ähnlich wie bei einem IV-Katheter ist auch beim EZ-IO® eine spezifische Schulung über den sicheren und korrekten Gebrauch des Produkts erforderlich.

Vidacare® und Tinovamed als der Schweizer Vertreter bietet ein umfangreiches Schulungsprogramm für das EZ-IO® an und empfiehlt, es vor dem Gebrauch des Systems zu absolvieren. Setzen Sie sich mit Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder per Telefon (032 566 71 72), um eine Schulung zu organisieren.

 

 

Das sternale intraossäre Infusionssystem EZ-IO® ist nicht für den Einsatz im Zivilbereich, sondern nur für die Anwendung beim Militär bestimmt. Die EZ-IO®-Nadelsets dürfen nie für die sternale Einführung verwendet werden, es sei denn, sie sind speziell mit der Aufschrift „Nur für den Gebrauch im Sternum“ gekennzeichnet. Der sternale Zugang ist nur für die sternalen intraossären Infusionssysteme für militärische Anwendungen zugelassen.

Für die sternale Einführung sollte nie der EZ-IO®-Bohrer verwendet werden.

 

 

  • Fraktur am Zielknochen
  • Übermässiges Weichteilgewebe oder die anatomischen Orientierungspunkte sind nicht eindeutig auffindbar
  • Infektion im Bereich des Punktionsortes
  • Vorangegangener signifikanter orthopädischer Eingriff im Bereich des Punktionsortes (z. B. künstliche Gliedmasse oder künstliches Gelenk)
  • Intraossärer Zugang im Zielknochen innerhalb der letzten 48 Stunden

 

 

Das EZ-IO® kann bei Erwachsenen und Kindern eingesetzt werden und ist in allen notfallmäßigen, dringlichen oder medizinisch erforderlichen (nicht notfallmäßigen) Situationen indiziert, bei denen ein intravenöser Zugang schwierig ist.

Intraossäre (IO) Punktionsorte für das EZ-IO® sind der proximale Humerus, die proximale Tibia und die distale Tibia bei Erwachsenen und Kindern und der distale Femur nur bei Kindern. Die Punktionsorte dürfen nur dann verwendet werden, wenn die anatomischen Orientierungspunkte eindeutig auffindbar sind. Das EZ-IO®-System kann bis zu 72 Stunden platziert bleiben.

 

 

Unter Off-Label-Use wird die Anwendung eines Medizinprodukts für eine Indikation verstanden, die in der CE-Kennzeichnung nicht ausdrücklich erwähnt ist. Ärzte dürfen Arzneimittel oder Medizinprodukte nach bestem ärztlichem Ermessen für Indikationen verschreiben, bestellen oder anwenden, die in der CE-Kennzeichnung nicht erwähnt sind. Aber dem Hersteller ist es nicht gestattet, für irgendeine nicht zugelassene Indikation zu werben. Daher kann Vidacare® keinen Off-Label-Use für das EZ-IO®-Produkt empfehlen, bewerben oder befürworten. 1

 

1 Food and Drug Administration. „Off-Label“ and Investigational Use Of Marketed Drugs, Biologics, and Medical Devices - Informationsblatt. Internet: Zugriff: 01/23/12. Einsehbar unter:
http://www.fda.gov/RegulatoryInformation/Guidances/ucm126486.htm.

 

 

Die offiziell zugelassenen Insertionspunkte des EZ-IO® sind:

  • Tibia proximal (Erwachsene und Kinder)
  • Tibia distal (Erwachsene und Kinder)
  • Humerus (Erwachsene und Kinder)
  • Neu: Femur distal (nur Kinder)

 

 

Die Vorteile eines Humerus-Zugangs sind:

  • Grössere Flussrate
  • Schnellere Absorptionsrate
  • Weicherer Knochen --> weniger Schmerzen für den Patienten

 

 

IO-Katheter werden im Allgemeinen in den proximalen und distalen Enden (Epiphysen) von Röhrenknochen platziert, weil dort die Knochenrinde (Kompakta) dünner ist und viel schwammartiges (spongiöses) Gewebe vorliegt. In der Epiphyse des Markraums befindet sich ein ausgedehntes Blutgefässsystem, über das Blut und Flüssigkeiten durch das Gefässsystem in den zentralen Kreislauf gelangen.

Anatomie des Intraossärraumes
Anatomie des Intraossärraumes
In der Epiphyse (proximales und distales Ende) des Knochenmarkraums befindet sich ein ausgedehntes System von Blutgefässen, die vertikal (Havers-Kanäle) und horizontal (Volksmann-Kanäle) verlaufen. Über dieses umfangreiche Netz gelangen Blut und Flüssigkeiten schnell in den zentralen Kreislauf. Siehe Abbildungen 1 und 2.

 

 

Die Auswahl des Punktionsortes für den intraossären Zugang hängt von Alter, Grösse, Anatomie und Gesundheitszustand des Patienten, der Möglichkeit anatomische Orientierungspunkte zu lokalisieren sowie von der klinischen Beurteilung und Erfahrung ab. Mehrere Studien weisen darauf hin, dass der Humerus eine bessere Stelle hinsichtlich der Durchflussraten, der Arzneimittelverabreichung und der Kontrolle von Infusionsschmerzen ist.

 

 

Für die EZ-IO®-Nadeln gibt es keine spezifischen Grössen für Erwachsene und Kinder. Für jede IO-Nadel gibt es Richtlinien hinsichtlich des Gewichtsbereichs. Die längere 45-mm-IO-Nadel sollte bei einer dicken Gewebeschicht über dem Punktionsort sowie für den Punktionsort am proximalen Humerus bei Erwachsenen verwendet werden. Die Auswahl der geeigneten IO-Nadel sollte nach klinischem Ermessen aufgrund der Anatomie und des Gewichts des Patienten sowie der Gewebedicke erfolgen. Es kann sein, dass eine kleine, betagte Frau einen kürzeren und ein adipöses Kind einen längeren Katheter benötigt.

Der EZ-IO®-Katheter ist 5 mm vom Anschluss entfernt mit einer schwarzen Linie markiert. Wenn die EZ-IO®-Nadel durch das Weichteilgewebe eingeführt wird und den Knochen nicht erreicht oder wenn die 5-mm-Marke über der Haut nicht erkennbar ist, muss eine andere Nadel oder ein anderer Punktionsort gewählt werden, bevor die Knochenrinde durchbohrt wird.

 

 

Den angewinkelten Arm (in der für den Eingriff erforderlichen Position) zur leichteren Lokalisierung des Punktionsortes nach innen rotieren und das Tuberculum majus humeri in die richtige Position drehen. EZ-IO® ungefähr am Übergang zwischen dem Humerusschaft und dem Tuberculum majus humeri (chirurgischer Hals) einführen. Etwas grösseren Einführwinkel wählen. Nach der Einführung des IO-Katheters ist es wichtig, den Katheter und den Arm zu stabilisieren, um ein versehentliches Verrutschen zu verhindern.

 

 

Ähnlich wie beim periphervenösen Zugang: vor der Punktion sollte der Bereich sorgfältig mit Chlorhexidin (z.B. ChloraPrep®) oder dem im jeweiligen Protokoll angegebenen Desinfektionsmittel gereinigt werden.

 

 

Nein, für die Einführung der EZ-IO® ist in der Regel kein Lokalanästhetikum erforderlich, da kaum Beschwerden auftreten. Aber für schmerzempfindliche Patienten ist die Infusion von Flüssigkeiten oft schmerzhaft. Daher kann nach Einführung der IO-Nadel die intraossäre Gabe eines Anästhetikums (2% Lidocain ohne Konservierungsstoffe und ohne Epinephrin) erwogen werden, das nach Krankenhausprotokollen oder -richtlinien zu verabreichen ist.

 

 

Schalter des Bohrers betätigen und mässigen, leichten Druck ausüben. Kinder: Schalter loslassen, wenn ein plötzlicher Widerstandsverlust verspürt wird, was das Erreichen des Markraums anzeigt. Erwachsene: Nadelset nach Berührung des Knochens 1-2 cm einführen. Im Humerus sollte ein 45-mm-Set bei den meisten Erwachsenen so weit eingeführt werden, bis sich der Katheteranschluss auf Höhe der Haut befindet.

Ärzte werden eindringlich dazu aufgefordert, sich das Übungsmaterial anzusehen und unter Anleitung eines Vertreters von EZ-IO® oder eines klinischen Schulungsleiters praktische Erfahrungen zu sammeln, um den sicheren und richtigen Gebrauch der EZ-IO® zu erlernen.

 

 

Die häufigste Ursache dafür, dass der Bohrer langsamer wird oder sich nicht mehr dreht, ist die unsachgerechte Handhabung, insbesondere das Ausüben eines zu starken Drucks bei der Einführung. Die IO-Nadel sollte stets mit mässigem Druck eingeführt werden, damit der Bohrer richtig funktioniert. Wenn der Bohrer in einem klinischen Notfall versagt, kann das EZ-IO®-Nadel manuell ohne Bohrer eingeführt werden. Sollte das Problem trotz richtiger Handhabung fortbestehen, kontaktieren Sie uns bitte über unsere Website www.tinovamed.ch.

 

 

Nach der Einführung der EZ-IO® sollte die Nadel mit EZ-Stabilizer gesichert werden, um ein versehentliches Verrutschen zu vermeiden. Mandrin entfernen und EZ-Stabilizer über den Anschluss setzen, bevor der EZ-Connect angeschlossen wird. Falls kein EZ-Stabilizer bereitsteht, sollte die IO-Nadel auf andere Weise gesichert werden.

 

 

Ja. Die EZ-Connect immer mit Flüssigkeit spülen, bevor sie am EZ-IO®-Anschluss befestigt wird.

(Hinweis: Bei schmerzempfindlichen Patienten die EZ-Connect ggf. mit 2% Lidocain ohne Konservierungsmittel und ohne Epinephrin spülen.)

 

 

Ja. Die EZ-Connect verwendet den nadellosen Robertsite®-Anschluss von Halkey-Roberts.

 

 

Der Katheter und der Mandrin sind aus Edelstahl vom Typ 304 gefertigt. Der Kunststoffanschluss besteht aus medizinischem Polycarbonat.

 

 

Ja. Es ist wichtig, einen Spritzenbolus in den Intraossärraum zu geben, bevor versucht wird, Flüssigkeiten durch die EZ-IO® zu infundieren. Der Bolus trägt dazu bei, Mark und Fibrin aus dem Markraum zu entfernen, um wirkungsvolle Infusionsraten zu erzielen. KEIN BOLUS = KEIN FLUSS.

Es ist wichtig, für den Bolus keinen zu hohen Druck anzuwenden, weil dadurch das Risiko einer Extravasation erhöht werden könnte.

 

 

Ja. Wie bei einer IV-Infusion sollte auch eine IO-Leitung vor und nach einer Infusion gespült werden, um sicherzugehen, dass die verordneten Arzneimittel in der richtigen Menge und Konzentration in den Markraum gelangen. Ca. 1 ml Arzneimittel/Flüssigkeit verbleiben in der EZ-Connect, bevor sie den Gefässkreislauf erreichen.

 

 

In der veröffentlichten Literatur liegen die Durchflussraten von IO-Nadeln (bei Verabreichung unter Druck) zwischen 200 ml/h und 9900 ml/h. Eine wahrscheinlichere Schätzung der Durchflussrate bei Erwachsenen (basierend auf einer Studie an Freiwilligen) dürfte bei 5 l/Std. über den Humerus und bei 1 l/Std. über die Tibia liegen, beide bei einem Infusionsdruck von 300 mm Hg. Wie bei anderen Gefässzugängen können die Durchflussraten in IO-Nadeln von Patient zu Patient und je nach anatomischen Orten variieren. Allgemein werden adäquate Durchflussraten dann erreicht, wenn vor der IO-Infusion ein Bolus gegeben wird und die Infusion der Arzneimittel oder Flüssigkeiten unter Druck erfolgt (z.B. Infusionsdruckpumpe oder Druckbeutel). Schwerkraft allein führt selten zu ausreichenden Durchflussraten. Je höher der Druck, desto schneller der Durchfluss. Im Allgemeinen erlaubt der proximale Humerus schnellere Durchflussraten als die Punktionsorte an der Tibia.

 

 

Möglicherweise. Der intraossäre Zugang kann gefährdet sein, wenn die Leitung über einen längeren Zeitpunkt nicht benutzt wird. IO-Leitungen können durch einen zusätzlichen Spritzenbolus oft erfolgreich wieder durchgängig gemacht werden.

 

 

Platzierung des IO-Katheters im Markraum bestätigen. Versuchen, einen Spritzenbolus in die Leitung zu geben. Durch die Gabe einer kleinen Menge an Heparin oder Kochsalzlösung kann dafür gesorgt werden, dass der intraossäre Gefässzugang längere Zeit offen bleibt und ein Verstopfen verhindert wird. Je nach Nutzungsfrequenz des intraossären Zugangs kann ein wiederholter Bolus erforderlich sein, um die Leitung wieder durchgängig zu machen. In Krankenhausleitlinien und -verfahren sollte vorgeschrieben werden, ob Arzneimittel (z.B. Thrombolytika) verwendet werden sollten, um einen verstopften IO-Katheter wieder durchgängig zu machen.

 

 

Nein. Wenn mehrere Versuche an derselben Extremität vorgenommen werden, kann das wiederholte Durchdringen der Knochenrinde zu Extravasation führen, die schwierigere Komplikationen nach sich ziehen könnte (z.B. Kompartment-Syndrom). Unabhängig davon, ob eine intraossäre Punktion erfolgreich ist oder nicht, sollte innerhalb der nächsten 48 Std. keine weitere intraossäre Punktion am selben Knochen versucht werden. Stattdessen muss ein anderer Punktionsort gewählt werden.

 

 

Beliebige Luer-Lock-Spritze aufsetzen. Spritze und Katheter im Uhrzeigersinn drehen und gerade herausziehen. Den Katheter beim Herausziehen nicht hin- und herbewegen oder biegen.

 

 

Wenn der Plastikanschluss vom Katheter abbricht, Katheter mit einer Gefässklemme oder einem mechanischen Werkzeug greifen, drehen und kräftig herausziehen. Wenn der Katheter nicht sichtbar gemacht werden kann, muss möglichst schnell ein Arzt oder Notarzt herangezogen werden. Weitere Angaben zur korrekten Entfernungstechnik finden Sie in den Schulungsunterlagen.

 

 

Es kann sein, dass nach der Entfernen des EZ-IO® eine kleine Menge Blut austritt. In der Regel kann die Blutung durch direkten Druck auf die Stelle innerhalb von 1-2 Min. gestoppt werden. Bei antikoagulierten Patienten kann eine längere Dauer erforderlich sein.

 

 

Nach Entfernen der EZ-IO® ist kein spezieller Verband erforderlich. Ein Wundpflaster oder ein sauberer Verband reicht aus.

 

 

Ja, aber die Bewegungen sollten so weit wie möglich eingeschränkt werden, bis der IO-Katheter aus der Tibia entfernt ist.

 

 

Historisch liegt die dokumentierte Gesamtrate schwerer Komplikationen beim intraossären Zugang und der intraossären Infusion unter 1%.

  • Extravasation von Flüssigkeiten ist die häufigste Komplikation bei IO-Kathetern.
  • Das Kompartment-Syndrom kann auftreten, wenn eine grosse Extravasation nicht detektiert wird, was einen chirurgischen Eingriff oder eine Amputation zur Folge haben kann.
  • Osteomyelitis ist eine seltene, aber schwere Infektion. Die am häufigsten zitierte Rate beträgt 0.6% und stammt aus einer 1985 veröffentlichten Metaanalyse von intraossären Punktionen, die zu einer Zeit durchgeführt wurden, als noch keine modernen Techniken und Geräte zur Verfügung standen. Eine jüngere Studie liegt nicht vor. Nach Literaturangaben und Aufzeichnungen liegt die Rate wesentlich niedriger: weniger als ein Vorfall bei 100000 Zugängen.

Seltene Komplikationen sind lokalisierte Infektionen, Perforation des posterioren Knochenkortex, Verbiegen oder Verstopfen des Katheters und Schwierigkeiten beim Entfernen des Systems. In der Regel können Komplikationen durch die adäquate Punktionstechnik und kontinuierliche Überwachung der Punktionsstelle vermieden werden.

 

 

Nein. Zwischen 2005 und 2011 wurden über 50 klinische Forschungsstudien veröffentlicht, in die über 4200 Patienten eingeschlossen waren. In diesen Studien wurde kein Fall von Osteomyelitis beobachtet. Es wurde 1 Fall von Osteomyelitis unter mehr als 1 Million Punktionen gemeldet. Der Patient war kein Teilnehmer einer klinischen Studie.

 

 

In der bekannten medizinischen Literatur wurden keine Langzeitschäden an menschlichen Knochen erwähnt. Bei einer präklinischen Studie an Schweinen wurde eine Knochenmarksschädigung nach mehrmaliger Infusion von Adriamycin® über den intraossären Zugang beobachtet. Eine andere präklinische Studie an Schweinen berichtete über Knochenmarksschädigungen nach mehrmaliger Infusion von hypertoner Kochsalzlösung. Jedes Arzneimittel, das Sklerose oder Venenschäden hervorrufen kann, hat das Potential, intraossäre Gefässe zu schädigen. Daher sollten vor dem Einsatz die Risiken und Nutzen der Verabreichung dieser Medikamente über den intraossären Zugang sorgfältig gegeneinander abgewägt werden.

 

 

Nein. Dieses Problem wird zwar oft als theoretische Komplikation des intraossären Zugangs erwähnt, aber durch die klinische Literatur nicht bestätigt. Mehrere Studien haben die Auswirkungen des intraossären Zugangs auf die Epiphysenfuge von Kindern untersucht und keine langfristigen Auswirkungen gefunden.

 

 

In der bekannten medizinischen Literatur wird keine klinisch signifikante Fettembolie infolge einer intraossären Medikamentenapplikation gemeldet.

 

 

Eine Luftembolie kann durch jeden Gefässzugang, d.h. durch peripher- oder zentralvenösen, arteriellen oder intraossären Zugang, in das Kreislaufsystem gelangen. Sofort nach der Einführung des IO-Katheters sollten immer eine gespülte Spritze und eine Anschlussleitung oder ein Infusionsschlauch auf den Katheteranschluss gesetzt werden. Der im Knochen vorliegende Druck verhindert eine spontane Luftembolie, die bei zentralvenösen Kathetern wahrscheinlicher ist.

 

 

Es werden alle gemeldeten Probleme oder Komplikationen im Zusammenhang mit der EZ-IO® gemäss den ISO- (International Organization for Standardization) Anforderungen für Medizinprodukte verfolgt.

 

 

Fast alle Flüssigkeiten und Arzneimittel, die sicher über einen periphervenösen Zugang zu verabreichen sind, können auch intraossär sicher verabreicht werden. Umgekehrt sollten alle Arzneimittel, die über einen periphervenösen Zugang nicht sicher zu verabreichen sind, auch nicht intraossär verabreicht werden. Miteinander unverträgliche Arzneimittel und Flüssigkeiten sollten entsprechend den Standardpraktiken für die intravenöse Infusion nacheinander infundiert werden.

 

 

Im Allgemeinen entsprechen die Dosierungen für die intraossäre Infusion denen für die intravenöse Verabreichung. Arzneimittel und Flüssigkeiten erreichen den zentralen Kreislauf über beide Verabreichungswege ungefähr in der gleichen Konzentration. (HINWEIS: Bei der wiederholten Gabe von hypertonischen Flüssigkeiten ist Vorsicht geboten.)

 

 

Nachstehend sind Arzneimittel aufgelistet, die ohne gemeldete Nebenwirkungen wirksam über den intraossären Verabreichungsweg appliziert wurden:

Adenosin (z.B. Adrekar), Albumin, Alfentanil (z.B. Rapifen), Aminophyllin, Amiodaron (z.B. Cordarex), Ampicillin, Anascorp (Gegenmittel gegen Skorpiongift), Anästhetika, Antibiotika (viele), Antitoxine (verschiedene), Atracuriumbesilat (z.B. Tracrium), Atropin, Azactam (z.B. Aztreonam), Blut und Blutprodukte, Kalziumchlorid, Kalziumglukonat, Cefepim Hydrochlorid (z.B. Maxipime), Ceftriaxon (z.B. Rocephin), Kontrastmittel, Dexamethason (z.B. Fortecortin), Dextran, D5 ½NS, Dextrose 10%/25%/50%, Diazepam (z.B. Valium), Diazoxid (z.B. Hyperstat), Digoxin (z.B. Lanicor), Diltiazem (z.B. Dilzem), Diphenhydramin (z.B. Benadryl), Dobutaminhydrochlorid (z.B. Dobutrex), Dopamin, Ephedrin, Epinephrin, Esmolol (z.B. Brevibloc), Etomidat, Fentanyl, Fluconazol (z.B. Diflucan), Flumazenil (z.B. Anexate), Fosphenytoin (z.B. Cerebyx, Prodilantin), Furosemid (z.B. Lasix), Gentamycin, Haloperidol (z.B. Haldol), Heparin, Hydroxo-cobalamin (B12), Hydromorphon (z.B. Dilaudid), Insulin, Isoprenalin (z.B. Isoproterenol, Isuprel), Ketamin, Labetalol (z.B. Normodyne), Levetiracetam (z.B. Keppra), Lidocain (z.B. Xylocain), Linezolid (z.B. Zyvoxid), Lorazepam (z.B. Tavor), Magnesiumsulfat, Mannitol, Methylprednisolon (z.B. Urbason), Metoprolol (z.B. Beloc), Midazolam (z.B. Dormicum), Mivacurium (z.B. Mivacron), Morphinsulfat, Nalbuphin (z.B. Nalpain), Naloxon, Neostigmin (z.B. Neostig), Nitroglycerin, Nitroprussid (z.B. Nipruss) Vecuroniumbromid (z.B. Norcuron), Norepinephrin (Arterenol), Isotonische Kochsalzlösung, Ondansetron (z.B. Zofran), Pancuronium, Paracetomol, Phenobarbital, Phenylephrin, Phenytoin (z.B. Phenhydan), Piperacillin, Plasmanat, Kaliumchlorid, Promethazin (z.B. Atosil), Propofol (z.B. Disoprivan), Propranolol (z.B. Dociton), Remifentanil (z.B. Ultiva), Ringer-Laktat-Lösung, Rocuronium (z.B. Esmeron), Natriumbicarbonat, Standard IV-Lösungen, Succinylcholin (z.B. Lysthenon), Tenectaplase (z.B. Metalyse), Thiamin, Thiopental (z.B. Trapanal), Tobramycinsulfat, Vancomycin, Vasopressin (z.B. Pitressin, Argipressin)

 

Für die EZ-IO®-Nadeln gibt es keine spezifischen Kennzeichnungen für Erwachsene und Kinder. Jede Nadel ist für bestimmte Gewichtsbereiche vorgesehen. Die längere 45-mm-Nadel sollte für Humeruspunktionen bei Erwachsenen und immer dann verwendet werden, wenn sich eine dicke Gewebsschicht über dem Punktionsort befindet. Die Auswahl der geeigneten Nadel sollte stets nach klinischem Ermessen aufgrund der Anatomie und des Gewichts des Patienten und der Gewebedichte erfolgen. So wie eine kleine, betagte Frau vielleicht einen kürzeren Katheter benötigt, kann für ein adipöses Kind ein längerer Katheter erforderlich sein. Der EZ-IO®-Katheter ist 5 mm vom Anschluss entfernt mit einer schwarzen Linie markiert. Wenn die EZ-IO®-Nadel durch das Weichteilgewebe eingeführt wird und den Knochen nicht erreicht oder wenn die 5-mm-Marke über der Haut nicht erkennbar ist, muss eine andere IO-Nadel oder ein anderer Punktionsort gewählt werden, bevor die Knochenrinde durchbohrt wird.

 

 

Schalter des Bohrers betätigen und mässigen, leichten Druck ausüben. Schalter loslassen, wenn Widerstandsverlust auftritt, dies zeigt das Erreichen des Markraums an. In einer Studie im Jahr 2010 mit einer bohrergetriebenen IO-Nadel wurde die hohe Zuverlässigkeit der Bestimmung der richtigen IO-Nadel durch taktiles Feedback bestätigt (an Modellen, an denen unterschiedliche Knochendichten simuliert wurden).

 

 

Das Durchdringen des posterioren Knochenkortex mit der IO-Nadel ist eine mögliche Komplikation, die aber durch die Wahl der geeigneten Nadellänge und der richtigen Punktionstechnik vermieden werden kann.

 

 

Ja. Das Kompartment-Syndrom ist eine schwere Komplikation, die auftreten kann, wenn eine grosse Extravasation unerkannt bleibt. Der Punktionsort sollte oft auf Anzeichen einer Extravasation überwacht werden.

 

 

Ja. Die CE-Kennzeichnung für die EZ-IO® schliesst den distalen Femur ein. Die US-amerikanische Food and Drug Administration hat die EZ-IO® nicht für den Gebrauch am distalen Femur zugelassen.

 

 

In klinischen und präklinischen Studien wurden keine Fälle mit beeinträchtigtem Wachstum oder Knochenabnormitäten beobachtet.

 

 

2% Lidocain ohne Konservierungsstoffe und ohne Epinephrin (d.h. kardiales Lidocain) hat sich als wirksames Mittel zur Begrenzung und Linderung von Schmerzen bei der intraossären Infusion erwiesen. Intraossär verabreichtes Lidocain sollte sehr langsam (über 30-60 Sekunden) verabreicht werden, damit es im Intraossärraum verbleibt und seine anästhetische Wirkung entfaltet, statt sofort in den zentralen Kreislaur überzugehen. Die Intraosseous Lidocaine Guideline (Leitlinie zur Gabe von Lidocain beim intraossären Zugang) wurde von Dr. Richard Hixson, einem anerkannten Spezialisten für Arzneimitteldosierung, ausgearbeitet. Sie liefert eine prägnante Richtschnur für die Verabreichung und Dosierung von Lidocain über den intraossären Zugang für alle Alters- und Gewichtsklassen.

 

 

Ca. 1 ml Arzneimittel/Flüssigkeit verbleiben in der EZ-Connect, bevor sie den Gefässkreislauf erreichen. Der 15-mm-EZ-IO®-Katheter selbst enthält 0.03 ml, ein 25-mm-Katheter 0.045 ml und ein 45-mm-Katheter 0.07 ml. Diese Volumen müssen in die Dosierungen für pädiatrische Patienten einbezogen werden. Die EZ-Connect muss immer erst gespült werden, bevor sie mit dem EZ-IO®-Anschluss verbunden wird.

(Hinweis: bei schmerzempfindlichen Patienten die EZ-Connect ggf. mit 2% Lidocain ohne Konservierungsmittel und ohne Epinephrin spülen.)

 

 

Ja. Der EZ-IO® Stabilizer wird für alle Patienten dringend empfohlen, aber insbesondere für Kinder, da sie weichere, dünnere Knochen haben.

 

 

Die jüngste klinische Studie, in der die Laborwerte von intraossär und intravenös entnommenen Proben untersucht wurden, hat eine statistisch signifikante Korrelation für viele häufig angeforderte Laboruntersuchungen nachgewiesen und einige Ausnahmen angegeben. In dieser Studie war intraossär entnommenes Blut für folgende Untersuchungen geeignet:

  • Erythrozytenzahl
  • Kreatinin
  • Hämoglobin und Hämatokrit
  • Chlorid
  • Glukose
  • Gesamtprotein
  • Blut-Harnstoff-Stickstoff
  • Albumin

Für die Bestimmung von Natrium, Kalium, CO2, Kalzium, Thrombozyten- oder Leukozytenzahl wurde keine statistisch signifikante Korrelation gefunden. Die Natrium- und Kaliumwerte waren jedoch klinisch ähnlich.

Es sind keine Meldungen von Problemen im Zusammenhang mit eingeführten IO-Kathetern bei einer CT bekannt. Wenn ein IO-Katheter im proximalen Humerus platziert ist, sollte der entsprechende Arm sicher in der angewinkelten Position stabilisiert werden. Ein IO-Katheter kann leichte Streueffekte auf dem Bild verursachen.

 

 

Nein. Die EZ-IO® wird aus Edelstahl vom Typ 304 gefertigt und sollte nicht im MRT verwendet werden. Dies liegt daran, dass bei der MRT sehr starke Magnetfelder zur Bilderzeugung verwendet werden. Das Metall der EZ-IO®-Nadel könnte Probleme verursachen, wenn es sehr hohen Magnetkräften ausgesetzt wird.

 

 

Ja. Die EZ-IO® ist sogar bestens für die Einführung in poröse Knochen geeignet. Der intraossäre Zugang mit der EZ-IO® wird durch einen relativ moderaten Eingriff geschaffen, der bei der Einführung die Knochenarchitektur nicht zerstört. Das EZ-IO®-System schneidet ein präzises Loch in den Knochen, erfordert zur Einführung minimale Kraft und erlaubt eine bessere Kontrolle als eine manuell in den Knochen gedrehte Nadel. Hinweis: die Verwendung des EZ-Stabilizers wird zur zusätzlichen Stabilisierung dringend empfohlen.

 

 

Die bevorzugte Punktionsstelle für den intraossären (IO) Zugang zur Flüssigkeits- und Medikamentenapplikation bei Patienten mit Verletzungen an den unteren Extremitäten oder am Becken ist der proximale Humerus. Flüssigkeiten, die über den proximalen Humerus verabreicht werden, gelangen über die Vena cava superior in den zentralen Kreislauf und umgehen somit die Bauch- und Beckengefässe. Bei schweren Verletzungen an den unteren Gliedmassen mit vermuteten Gefässschädigungen sollte an der betroffenen Extremität kein intraossärer Zugang versucht werden.

 

 

Es wird empfohlen, auf der betroffenen Seite (nach der Mastektomie) die Einführung eines IO-Katheters zu vermeiden.

 

 

Einem Patienten mit avaskulärer Nekrose fehlt definitionsgemäss ein adäquates Gefässsystem an der betroffenen Stelle. Daher sollte ein intraossärer Zugang an der avaskulären Stelle vermieden und ein anderer Punktionsort gewählt werden.

 

 

Osteogenesis imperfecta ist zwar keine absolute Kontraindikation für den intraossären Zugang, aber der Grad der Osteogenesis imperfecta kann unter Umständen ein Problem für die Anlage eines intraossären Zugangs darstellen. Es kann sein, dass der IO-Katheter in den weichen Knochen eines Patienten mit Osteogenesis imperfecta keine adäquate Dichtung für die Infusion aufrechterhalten kann. Ausserdem kann es schwierig oder unmöglich sein, den IO-Katheter bei einem Patienten mit Osteogenesis imperfecta adäquat zu stabilisieren.

Es ist ein Fall eines Patienten mit Osteogenesis imperfecta bekannt, bei dem ein intraossärer Gefässzugang versucht wurde. Ein 2009 veröffentlichter Artikel beschreibt den Fall eines erwachsenen Mannes mit Herzstillstand, bei dem ein notfallmässiger Gefässzugang geschaffen werden musste. Es wurden mehrere Versuche unternommen, die jedes Mal dazu führten, dass sich die IO-Katheter sofort lockerten und weder gesichert noch gespült werden konnten. Später stellte sich heraus, dass der Patient an einer Osteogenesis imperfecta vom Typ III, einer schwereren Form der Krankheit, litt.

 

 

Es gibt zwar einige anekdotische Berichte über den erfolgreichen Einsatz der EZ-IO® in Überdruckkammern, aber es wurden keine Artikel veröffentlicht. Unter normalen Umständen wird der Gefässzugang vor Betreten der Überdruckkammer gelegt. Es besteht keine Kontraindikation für die intraossäre Infusion in der Überdruckkammer.

 

 

Es wurden zahlreiche Studien zum intraossären Gefässzugang durchgeführt. Die Sicherheit und Wirksamkeit des intraossären Zugangs wurde in zahlreichen Umgebungen in verschiedenen Ländern untersucht. Die klinische Literatur umfasst ca. 500 Veröffentlichungen zum intraossären Zugang (in er frühen Literatur der 1940er Jahre als „Knochenmarks“-Zugang bezeichnet). Es gibt eine umfangreiche Bibliographie der veröffentlichten Artikel und Studien zum intraossären Zugang zusammengestellt. Sie kann online abgerufen werden unter www.tinovamed.ch

Die Wissenschaftler haben den intraossären Zugang an Forschungsinstituten, in prähospitalen Notfallsituationen und in harten Umgebungen wie Kampf- und Katastrophensituationen untersucht. Präklinische und technische Studien wurden unter Laborbedingungen durchgeführt.

Fakten im Zusammenhang mit dem intraossären Gefässzugang in der veröffentlichten Literatur (bis März 2012):

  • Ca. 500 Artikel über den intraossären Gefässzugang
  • Über 130 Artikel (in 6 Sprachen) zum Einsatz der EZ-IO®
  • Ca. 50 Artikel mit Beschreibungen von Fallstudien oder klinischen Studien
  • Über 4200 untersuchte Patienten

 

 

Alle IO-Produkte sind dazu bestimmt, Flüssigkeiten und Arzneimittel über den Intraossärraum zu verabreichen. Die Produkte lassen sich in drei wesentliche Kategorien einteilen: manuelle Systeme, Systeme mit einem Federmechanismus und Systeme mit batteriebetriebenem Bohrer. Die EZ-IO® ist das einzige batteriebetriebene Gerät auf dem Markt. Mehrere wissenschaftliche Studien und Artikel haben vergleichende Daten von verschiedenen derzeit erhältlichen IO-Systemen untersucht.

Es ist nachgewiesen, dass die EZ-IO® eine bessere Kontrolle erlaubt, weil bei der Einführung weniger Kraft erforderlich ist. Es ist auch nachgewiesen, dass die EZ-IO® eine präzisere Platzierung erlaubt und das Bohren eines genaueren Lochs ermöglicht, sodass das Extravasationsrisiko minimiert wird. Die symmetrische Schneidspitze des EZ-IO®-Katheters erlaubt einen präzisen Eintritt in den Markraum. Die Abbildungen 8a und 8b zeigen Mikroskopaufnahmen von Knochen nach der IO-Punktion. Nach der Platzierung des EZ-IO®-Katheters kam es nicht zur Extravasation der injizierten blauen Tinte und es gab keine mikroskopischen Frakturen, wie sie beim Einsatz von Produkten mit Federmechanismus auftreten.

 

 

Die iTClamp ist eine traumatische Klammer zur Kontrolle von Blutungen (einschliesslich arterieller Blutungen) innerhalb von Sekunden nach ihrem Anlegen an einer offenen Wunde. Die iTClamp versiegelt die Wundränder, wobei eine temporäre Blutansammlung unter Druck erzeugt wird. Dabei bildet sich ein stabiles Blutgerinnsel, das weiteren Blutverlust verringert, bis die Wunde chirurgisch endgültig versorgt werden kann.

Die Wundklammer ist:

  • Schnell und effizient – flüssigkeits- und luftdichter Verschluss der Haut innerhalb von Sekunden
  • Vielseitig – kann in fast jedem traumatischen Verletzungsszenario verwendet werden
  • Intuitiv bedienbar – erfordert nur minimale Schulung und grobmotorische Fähigkeiten
  • Kompakt, leicht und strapazierfähig – jede iTClamp ist kleiner als 56 x 50 mm (in geöffneter Position) und wiegt 31 g

 

 

Die kurzfristige Verwendung der iTClamp für wenige Minuten oder Stunden bei kontaminierten Wunden erhöht das Infektionsrisiko nicht. Die Klemme wird steril geliefert und ihre Verwendung erhöht die Keimbelastung der Verletzung nicht. Sie wird an eine kontaminierte oder verschmutzte Wunde angelegt, bei der mit der Zeit ohnehin ein hohes Infektionsrisiko besteht. Das erste Ziel ist, die Blutung für den schnellen Transport zum Krankenhaus zu kontrollieren.

Die Wunde sollte in einem kontrollierten Umfeld (Krankenhaus) untersucht und versorgt werden.

 

 

Blutgefässe verlaufen in komprimierbaren Bereichen in Faszienlogen. Diese begrenzen die Grösse des Hämatoms, während sich in der Loge Druck aufbaut. Wenn der Druck des Hämatoms dem systolischen Druck entspricht, kommt der Blutfluss zum Stillstand und es bildet sich ein Blutgerinnsel. Bei einer präklinischen Leichenstudie erzeugte angiographische Bilder zeigen, dass die Hämatome hinreichend klein und stabil bleiben. Darüber hinaus wird die distale Perfusion aufrecht erhalten, wenn die Arterie nicht vollständig durchtrennt ist.1

Nur äusserst selten tritt in Verbindung mit einem Hämatom ein Kompartmentsyndrom auf. Es ist typischerweise mit stumpfen Traumen, verlängerten ischämischen Verletzungen oder erheblichen Muskelschädigungen mit anschliessender Muskelschwellung assoziiert. Die Behandlung eines Kompartmentsyndroms erfolgt mittels Inzision der Faszie und einer Fasziotomie der gesamten Loge.2 Es ist unwahrscheinlich, dass das durch die iTClamp erzeugte verkapselte Hämatom zur Entstehung eines Kompartmentsyndroms beiträgt, da die iTClamp zur temporären Verwendung dient und die Faszie bereits durch die penetrierende Verletzung verletzt ist.

Ein Kompartmentsyndrom wird normalerweise nicht durch das Verschliessen einer kleinen Wunde an der Hautoberfläche verursacht. Falls dies doch der Fall wäre, würde zur Behandlung die Wunde einfach erneut geöffnet.

Wenn das Hämatom sich verkapselt hat, löst es sich mit der Zeit von alleine auf oder kann bei der chirurgischen Behandlung entfernt werden. Mit Hämatomen sind keine wesentlichen kurzfristigen Komplikationen assoziiert, mit Ausnahme des Halsbereichs, wo ein Hämatom den Atemweg beeinträchtigen kann.3 Wenn die Klemme zur Kontrolle einer Blutung im Halsbereich verwendet wird, muss der Atemweg geschützt werden, um Beeinträchtigungen durch die Bildung eines Hämatoms zu verhindern.

6 mm Arteriotomie der A. carotis6 mm Arteriotomie der A. femoralis communis unterhalb des Leistenbandes

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Angiographische Bilder:
Druck Injiziertes Kontrastmittel, gescannt mit dem Zeego 3-D Angiographieroboter.
A) 6 mm Arteriotomie der A. carotis.
B) 6 mm Arteriotomie der A. femoralis communis unterhalb des Leistenbandes. Bitte beachten, dass die Nadeln als Markierung der Wunde fungieren.

 

1 I. Atkinson. Internal Document: Innovative Trauma CareTM, Final Report Study #2013-001. 2013.

2 N. M. Rich, K. L. Mattox, A. Hirshberg Vascular Trauma: Elsevier Saunders; 2004.

3 D. L. Seiden, S. Corbett. Lachman’s Case Studies in Anatomy: OUP USA; 2013.

 

 

Bei jedem Umgang mit Nadeln besteht das Risiko von Nadelstichverletzungen, selbst in optimal kontrollierten Umfeldern. Um Nadelstichverletzungen zu vermeiden, verwenden Sie die iTClamp streng nach Gebrauchsanweisung. Da die Klemme steril geliefert wird, besteht für den Anwender kein Infektionsrisiko. Wenn Sie sich vor dem Anlegen der Klemme daran verletzen, verwerfen Sie die Klemme einfach. Je kürzer die Klemme ausserhalb der Packung ist und je näher sich diese an der Wunde befindet, desto geringer ist das Risiko für Nadelstichverletzungen. Legen Sie die Verpackung der Klemme vor dem Öffnen neben die Wunde. Greifen Sie die Klemme beim Entnehmen aus der Verpackung an den Handgriffen. Die Sicherheitsversiegelung verhindert, dass die Klemme sich schliesst, bevor sie auf der Haut aufgesetzt ist und der Anwender sie absichtlich und fest verschliesst. Beim Entfernen der Klemme wird das Infektionsrisiko gesenkt, indem sie an den Freigabeknöpfen gehalten und direkt in einen Sicherheitsbehälter gelegt wird. Die Klemme sollte nach der Verwendung nicht in die Originalverpackung zurückgelegt werden. Das Entfernen erfolgt typischerweise in einem kontrollierten Umfeld, wie einem Operationssaal oder einer Notfallaufnahme.

Ein zweiter Aspekt ist, dass die Nadeln der iTClamp massiv (keine Hohlnadeln) sind.

Das Infektionsrisiko ist bei einer massiven Nadel wesentlich geringer als bei einer Hohlnadel.1

Das Infektionsrisiko wird weiter reduziert, wenn bei der Anwendung Handschuhe getragen werden (das Tragen von doppelten Handschuhen bietet noch zusätzlichen Schutz).2

 

1Bandolier. Needlestick Injuries [Report]. 2003. Download unter: http://www.medicine.ox.ac.uk/bandolier/booth/booths/needle.html.

2B. Rogers, L. Goodno. Evaluation of interventions to prevent needlestick injuries in health care occupations. American Journal of Preventive Medicine. 2000 May;18(4 Suppl):90-8. PubMed PMID: 10793285. 

 

 

Die iTClamp Wundklammer ist kontraindiziert, wenn eine Hautadaption nicht möglich ist (z.B. bei grossflächigen Hautverletzungen, die unter hoher Spannung stehen).

 

 

Aufgrund der Knöpfe und Federn ist die Klemme nicht kompatibel mit Magnetresonanztomographie (MRT) (die Grösse und Länge der Nadeln ist MRT-kompatibel). Die Klemme ist hingegen kompatibel mit Computertomographie (CT). Die Nadeln können als CT-Markierung dienen. Im Falle einer Kopfhautwunde bei einem menschlichen Patienten wurden darüber hinaus keine Probleme beim CT-Scan mit angelegter Klemme festgestellt.

6 mm Arteriotomie der A. carotis6 mm Arteriotomie der A. femoralis communis unterhalb des Leistenbandes

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Die iTClamp dient zum vorübergehenden Wundverschluss für einen kurzen Zeitraum (wenige Minuten oder Stunden). Bei der Kontrolle von Blutungen und Wunden mit freiliegenden vitalen Strukturen ist dies routinemässige Praxis und meist Teil der Ausbildung von Ersthelfern/Rettungsfachpersonal.

Das Alberta College of Paramedics (die Berufsorganisation, die für die Ausbildung aller Rettungsdienste/ärztlichen Notdienste /Rettungsfachpersonal in der kanadischen Provinz Alberta zuständig ist) stellte bei einer Beurteilung der iTClamp fest, dass ihre Bedienung in den Bereich der Routine für Ersthelfer aller Stufen (Rettungsdienste, ärztliche Notdienste und Rettungsfachpersonal) fällt.

 

 

Blut koaguliert um jedes Gefäss, wenn für eine gewisse Zeit eine Stase (in Abhängigkeit vom Druck) erreicht wird – ein gutes Beispiel ist Nasenbluten. Eine Stase kann durch verschiedene Mechanismen herbeigeführt werden:

  1. Anlegen eines Tourniquets (senkt den Druck in der blutenden Arterie)
  2. Wundtamponade (erzeugt inneren Druck)
  3. Direkter oder indirekter Druck (erzeugt inneren oder äusseren Druck)
  4. Anlegen eines Druckverbands (äusserer Druck)
  5. Wundverschluss (erzeugt inneren Druck im Hämatom)

Häufig wird eine Kombination der genannten Techniken verwendet. Welche am Besten geeignet ist hängt von der Art der Wunde ab. In der Praxis kommt häufig eine Kombination aller genannten Methoden zum Einsatz.

Die Virchowsche Trias beschreibt drei Mechanismen, welche die Bildung eines Blutgerinnsels begünstigen:

  1. Stase des Blutflusses
  2. Hyperkoagulabilität
  3. Endothelschädigung1

Die iTClamp50 funktioniert durch die Erzeugung einer Stase bei gleichzeitiger Endothelschädigung. Koagulopathie beeinträchtigt die Funktion der Klemme nicht.

 

1 A. S. Wolberg,M. M. Aleman, K. Leiderman, K. R. Machlus. Procoagulant activity in hemostasis and thrombosis: Virchow’s triad revisited. Anesthesia and analgesia. 2012 Feb;114(2):275-85. PubMed PMID: 22104070. Pubmed Central PMCID: 3264782.

 

 

Die iTClamp ist ein Instrument für den Wund-/Hautverschluss, das kritische Blutungen schnell kontrolliert, indem die Hautoberfläche geschlossen wird und sich bis zur chirurgischen Versorgung ein vorübergehendes verkapseltes Hämatom bildet. Die iTClamp ist eine selbstverriegelnde chirurgische Klemme mit Nadeln, welche die Hautränder zwischen den Klammerenden des Instruments fixieren und die Klemme in der Haut verankern. Der Druck wird gleichmässig über die Klammerenden verteilt, welche die Haut über der Wunde verschliessen. Der Druck kann manuell erhöht oder reduziert werden, um eine flüssigkeitsdichte Versiegelung entlang der Wunde zu erzielen.

 

 

1. Öffnen Sie die sterile Verpackung, indem Sie die Aussenlaschen nach oben ziehen.

2. Nehmen Sie die Klemme aus der Verpackung, und achten Sie darauf, sie nicht zu schliessen, bis sie an der Wunde angelegt wurde.

3. Falls die Klemme versehentlich geschlossen wurde, drücken Sie die an der Seite befindlichen Knöpfe mit einer Hand nach innen, und ziehen Sie die Klammerenden mit der anderen Hand wieder auseinander.

4. Legen Sie die Klemme an den Wundrändern an.

5. Richten Sie die Klemme parallel zur Längsseite der Wundränder aus. Setzen Sie die Nadeln auf beiden Seiten der Wunde im Abstand von ungefähr 1-2 cm vom Wundrand auf.

6. Schliessen Sie die Klemme, indem Sie die Klammerenden zusammendrücken. Unter dem Druck wird die Versiegelung brechen.

7. Achten Sie darauf, dass die Wunde vollständig geschlossen ist und die Blutung aufhört. Legen Sie bei Bedarf weitere iTClamp's an, um die gesamte Wunde zu schliessen.

8. Ein Wundverband oder eine Kompressionsbandage können um die Klemme herum auf der Wunde angebracht werden, um die Klemme zu schützen und den Druck auf die Wunde zur Eindämmung des Hämatoms zu erhöhen.

 

 

Falls die Blutung anhält, obwohl die Klemme richtig angebracht wurde, schliessen Sie diese fester, indem Sie mehr Druck auf die Klammerenden der Klemme ausüben.

Falls die Blutung anhält, weil die Wunde zu gross ist, bringen Sie eine 2. Klemme an dem noch offenen Wundabschnitt an.

Falls die Blutung anhält, weil die Klemme nicht korrekt positioniert war, nehmen Sie diese gemäss den Anweisungen wieder ab und bringen Sie die Klemme erneut an.

 

 

1. Drücken Sie die Backen der Klemme zusammen.

2. Halten Sie den Druck auf die Klammerenden aufrecht und drücken Sie mit der anderen Hand auf die Freigabeknöpfe.

3. Während Sie die Freigabeknöpfe gedrückt halten, ziehen Sie die Klammerenden der Klemme auseinander und entfernen die Nadeln durch Drehen der Klemme aus der Wunde.

4. Die Klemme gemäss den geltenden Richtlinien für biogefährliche scharfe/spitze medizinische Instrumente entsorgen.

 

 

Entfernen Sie die Klemme, wenn:

1. Sie sich in einem kontrollierten Umfeld befinden (Notaufnahme oder Operationssaal in einem Krankenhaus), wo die medizinische Fachkraft, welche die iTClamp entfernt, die Wunde problemlos untersuchen und die Blutung kontrollieren kann.

2. Die Klemme wurde nicht richtig angelegt und muss neu ausgerichtet werden.

 

 

Die iTClamp dient als Hilfsmittel für den akuten Wundverschluss zur kurzfristigen Weichteiladaptation, um schwere Blutungen von traumatologischer Wunden, Schnittwunden, schwer zugänglicher (körperstammnahen) Wunden oder Operationsschnitten zu verhindern.

 

 

  • Die Klammer nur gemäss den Anweisungen verwenden, um Nadelstichverletzungen zu vermeiden.
  • Nicht oberhalb der Augenhöhle verwenden.
  • Die iTClamp dient nur zur temporären Verwendung, da ein erhöhtes Infektionsrisiko durch verschmutzte Wunden besteht.
  • Achten Sie darauf, zum Schutz vor eventuellen Blutspritzern während der Anwendung entsprechende Schutzausrüstung zu verwenden.

 

 

  • Die Verwendungsdauer beträgt 24 Std.
  • Einweginstrument: nicht zur Wiederverwendung geeignet. Die Wiederverwendung kann Kreuzkontaminationen verursachen.
  • Die iTClamp wird steril geliefert (sterilisiert mit ETO). Nicht verwenden, wenn das Sterilitätssiegel oder die Verpackung beschädigt ist.
  • Ziehen Sie nach dem Anbringen der Klemme eine medizinische Fachkraft zu Rate.
  • Nicht kompatibel mit Magnetresonanztomografie (MRT).
  • Die Klemme gemäss geltender Richtlinien für biogefährliche scharfe/spitze medizinische Instrumente entsorgen.
  • Das Instrument und/oder seine Komponenten enthalten kein Naturkautschuk und sind latexfrei.

 

 

Die anerkannte empfohlene Verwendungsdauer beträgt 24 Std. Die iTClamp dient jedoch zum vorübergehenden Wundverschluss. In der Regel wird es nicht nötig sein, die Klemme so lange am Patienten zu lassen. Präklinische Studien haben gezeigt, dass die iTClamp für eine Dauer von bis zu 3 Std. sicher und effizient ist.

 

 

Wache Patienten spüren beim Setzen und/oder Entfernen der Klemme minimale Schmerzen. Laut Erfahrungsberichten verursacht die Klemme bei Menschen einen kurzen Nadelstichschmerz. Die Nadeln der iTClamp entsprechen 20- oder 21-Gauge Injektionsnadeln. Damit sind sie vergleichbar mit vielen Nadeln, die ohne Lokalanästhesie verwendet werden, wie z.B. Nadeln zur Injektion von Impfstoffen (21-25 Gauge) oder von Lokalanästhetika (21-25 Gauge). Wenn die Klemme sitzt, wird kein oder nur ein leichter Schmerz empfunden, da der Druck gleichmässig über die gesamte Länge der Klammerenden verteilt wird. Der durch den Einstich der Nadeln verursachte Schmerz ist angesichts der lebensrettenden Eigenschaften der Klemme marginal. Schmerz ist in solchen Situationen normalerweise ein vernachlässigbarer Faktor.

 

 

Präklinischen Studien zufolge verursacht die iTClamp keine Gewebeschäden. Hautproben von der Anwendungsstelle der iTClamp beim Schweinemodell wurden zur histologischen Untersuchung eingesendet. Dabei wurden keine makroskopischen oder histologischen Veränderungen der epidermalen und dermalen Schichten um die Wunde (Läsionen, Entzündungen, Quetschungen oder Neutrophilen-Infiltration) festgestellt. Bei einer präklinischen Leichenstudie wurden darüber hinaus keine schwerwiegenden Hautschäden oder -risse beobachtet.

 

 

Die iTClamp dient zur Kontrolle von Blutungen an komprimierbaren Stellen, wie den Extremitäten, den Achselhöhlen, der Leistengegend sowie Hals und Kopfhaut. An nicht komprimierbaren Stellen wie Bauch, Brust und Retroperitoneum, ist keine Blutungskontrolle durch die Klammer möglich. Sie wurde nicht für die interne Verwendung (Leber, Milz etc.) ausgelegt oder getestet. Präklinischen Studien zufolge funktioniert die iTClamp bei Blutungen an komprimierbaren Stellen (Leisten- und Achselbereich, Extremitäten, Hals und Kopfhaut), wo sich ein Hämatom bilden kann.

Da Blutgefässe in komprimierbaren Bereichen in Faszienlogen verlaufen, ist die Grösse des Hämatoms begrenzt und in der Loge baut sich Druck auf. Sobald der Druck des Hämatoms dem des verletzten Gefässes entspricht, stoppt der Blutaustritt und es bildet sich ein stabiles Blutgerinnsel. Wenn das Hämatom sich verkapselt hat, löst es sich mit der Zeit von alleine auf oder kann bei der chirurgischen Versorgung entfernt werden.

 

 

Auch wenn die Faszie durchtrennt wurde, kann dass Blut nicht fliessen, sobald die Wunde mit einer iTClamp verschlossen wurde. Die Faszie bewirkt nach wie vor eine gewisse Eindämmung des Blutflusses. Der kombinierte Druck der verschlossenen Wunde, des subkutanen Gewebes, der Faszienloge und des umgebenden Muskelgewebes bewirkt den Aufbau von Druck im Hämatom, Blutungsstillstand und die Bildung eines Blutgerinnsels.

 

 

Die Klemme bietet eine neue Strategie zur Blutungskontrolle. Sie ist schnell, in weniger als 5 Sek. angelegt, effizient und leicht zu bedienen. Zu den traditionellen Methoden der Blutungskontrolle gehören direkter Druck, Tourniquets oder die Verabreichung von Hämostatika (z.B.: QuickClot, Combat Gauze, Celox). Jede dieser traditionellen Methoden zur Blutungskontrolle hat Einschränkungen, die mit der iTClamp überwunden werden können.

Die iTClamp ist ein zusätzliches Instrument, das zur Kontrolle von Blutungen verwendet werden kann. Sie kann in Kombination mit anderen Methoden eingesetzt werden. So kann zum Beispiel eine Wunde mit grosser Kavität zuerst mit einem Hämostatikum behandelt werden, bevor sie mit der iTClamp verschlossen wird.

 

 

Eine Wundtamponade ist eine geeignete Technik zur Herbeiführung der Hämostase, besonders bei Wunden mit grosser Kavität. Die iTClamp kann zum vorübergehenden Verschluss von Wunden verwendet werden, in die ein Verband eingelegt wurde, vorausgesetzt die Hautränder lassen sich noch adaptieren.

 

 

Anhand der Sicherheitsversiegelung der Klemme kann der klinische Anwender erkennen, ob bereits jemand mit der Klemme gearbeitet hat. Die Sicherheitsversiegelung verhindert zudem ein vorzeitiges Schliessen der Klemme, wenn sie an den Wundrädern angelegt wurde. Erst wenn der Anwender sie mit Absicht zusammendrückt, bricht die Versiegelung und die Klemme schliesst sich.

 

 

Zum Verschliessen sehr grosser Wunden können mehrere Klemmen nebeneinander gesetzt werden. Die meisten traumatischen Wunden sind keine einfachen, geraden, chirurgischen Einschnitte. Durch ihre relativ kleine Grösse bietet die Klemme die Flexibilität, unregelmäßig geformte Wunden zu verschliessen. Die iTClamp kann zum Verschluss grosser Wunden verwendet werden, vorausgesetzt die Hautränder lassen sich adaptieren.

 

 

Präklinischen Studien zufolge dringen die Nadeln durchschnittlich 4.2 mm in die Haut ein. Die durchschnittliche Einstichtiefe der Nadel wies je nach dem Ort der Wunde keine signifikanten Unterschiede auf.

 

 

Es bestehen Bedenken, dass ein agitierter oder unter dem Einfluss von Rauschmitteln stehender Patient sich gegen die Anwendung der iTClamp wehrt oder sie (wegen der Nadeln) als Waffe benutzt. Wenn ein Patient unkontrollierbar ist, muss er sediert werden. Dabei wird in der Regel eine lange Nadel in einen tiefen Muskel gestochen oder ein intravenöser Zugang angelegt. Bei beiden Vorgängen ist das Infektionsrisiko grösser, da dafür Hohlnadeln verwendet werden (im Gegensatz zu den massiven Nadeln der iTClamp).

Der Gebrauch der Klemme als Waffe ist unwahrscheinlich. Mit einer Sicherheits- oder Haarnadel könnte mehr Schaden angerichtet werden, da sie länger sind. Die Luftsicherheitsbehörden in den USA und in Europa haben die iTClamp bisher nicht als riskante Waffe identifiziert und ihre Beförderung im Handgepäck an Bord von Flugzeugen nicht verboten.

 

 

Beziehen Sie sich dazu auf das mit dem Produkt gelieferte SDB (Sicherheitsdatenblatt), das Chemikalien zwingend beigelegt sein muss.

Es ist möglich, dass der verschüttete Stoff für die Initiierung der Neutralisationsreaktion zu hoch konzentriert ist. In diesem Fall das Absorptionsmittel mit Le Vert (oder eventuell Wasser) befeuchten, um die Neutralisation zu beschleunigen und zu beenden.

Die Lauge wird aufgesaugt und das Puder wird zur Anzeige der Gefahr blau, eine Neutralisation findet jedoch nicht statt. Eine gefährliche chemische Reaktion tritt nicht ein.

Die Säure wird aufgesaugt und das Puder wird zur Anzeige der Gefahr rosa, eine Neutralisation findet jedoch nicht statt. Eine gefährliche chemische Reaktion tritt nicht ein.

Die Absorptionsmittel in Pulverform haben kein Verfalldatum. Wenn die Verpackung immer gut verschlossen ist und trocken gelagert wird, behält das Absorptionsmittel seine absorbierenden Eigenschaften und kann weiter verwendet werden. Das flüssige Absorptionsmittel Le Vert hat eine Haltbarkeit von 3 Jahren ab Produktionsdatum.

Dank ihrer Verfestigungsfähigkeit nach der Absorption setzt keines der Absorptionsmittel die bereits aufgenommenen Flüssigkeiten wieder frei.

Nach der Absorption eines verschütteten, entzündbaren Stoffs ist das Risiko reduziert, das Produkt bleibt aber weiterhin entzündbar.

Die gebundenen Chemikalien können weiterhin eine Gefahr für die Umwelt bedeuten (z.B. toxisch, kanzerogen, etc.). Deshalb sollen sie analog der geltenden Vorschriften für die betroffene und gebundene Chemikalien entsorgt werden.

Eine Leckage/Verschüttung = 3 Probleme

1. Flüssigkeit

Bei einer Leckage oder einer Verschüttung muss die Exposition der Anwender gegenüber der Flusssäure so gering wie möglich gehalten werden, um die Gefahr von Verätzungen zu begrenzen.
Der Umgang mit einer Verschüttung von HF muss auf sichere Weise erfolgen, indem ein geeigneter Chemikalienbinder verwendet wird, der kontrolliert mit der Flusssäure reagiert.

2. Dämpfe

Flusssäure gibt, solange sie nicht neutralisiert ist, ständig Dämpfe von Fluorwasserstoffgas ab. Diese Dämpfe sind bei Einatmung tödlich.
Es ist daher zwingend erforderlich, diese Emissionen von Dämpfen zu stoppen, indem sie an der Quelle neutralisiert werden.

3. Spritzer und kontaminiertes Material

Die Leckage von Flusssäure kann Material in Unfallnähe kontaminieren. Zum Schutz vor Korrosion muss es folglich dekontaminiert werden.
Nach der Beseitigung der Flüssigkeit muss überprüft werden, ob der Bereich und die von der Flüssigkeit und den Dämpfen kontaminierten Arbeitsmittel vollständig dekontaminiert wurden und ob diese funktionsfähig und sicher sind.

 

 

Die H+- und F–- Ionen werden durch eine Säure-Basen-Reaktion und durch eine Fällungsreaktion unschädlich gemacht.

Diese kontrollierten Reaktionen bewirken:

  • eine Begrenzung der Temperaturerhöhung
  • eine Vermeidung einer starken chemischen Reaktion: nur ein leichtes Sprudeln, welches ein Anzeichen für eine Freisetzung von CO2 ist
  • eine irreversible Reaktion: die gebildeten Salze bilden keine neue HF

 

 

1. Schützen Sie die Personen um Sie herum, indem Sie diese evakuieren/aus dem kontaminierten Bereich schicken, Türen und Fenster – falls vorhanden – öffnen und anschliessend eine geeignete persönliche Schutzausrüstung anziehen. Sämtliche Zündquellen sind auszuschalten, um keine Folgeunfälle zu verursachen.

2. Einen neutralisierenden Chemikalienbinder um die Verschüttung herum streuen, wie etwa der polyvalente und neutralisierende Chemikalienbinder Trivorex® (für alle gefährlichen Flüssigkeiten) oder speziell für Säuren den Chemikalienbinder Acicaptal®.

3. Die verschüttete Flüssigkeit mit dem Chemikalienbinder bedecken. Wenn die Rückstände rosafarben sind, sind sie säurehaltig, sobald sie wieder gelb werden, sind sie neutral.

4. Aufnahme der Rückstände und Entsorgung des Abfalls in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften.

 

 

1. Schützen Sie sich und Ihre Mitarbeiter mit einer für die verschüttete Säure geeigneten Atemschutzausrüstung und bringen Sie sonstige Personen aus der Gefahrenzone. Vergessen Sie nicht, dass von einer Säure ausgehende Dämpfe die Atemwege reizen können.

2. Sobald die Verschüttung durch den Chemikalienbinder Acicaptal® speziell für Säure oder den polyvalenten neutralisierenden Chemikalienbinder Trivorex® (verträglich selbst mit ätzenden Säuren) absorbiert und neutralisiert wurde, verringert sich die Quantität der sauren Dämpfe und die neutralisierten Rückstände können leichter aufgenommen werden.

 

 

Verschüttungen ätzender Säure müssen durch ein neutralisierendes Chemikalienbinder absorbiert werden, um sämtliche Risiken zu begrenzen.

Wenn es sich bei der ausgelaufenen Säure um eine konzentrierte Säure handelt, kann ein zusätzlicher Schritt erforderlich sein, um das Produkt vollständig zu absorbieren und zu neutralisieren. Streuen Sie hierfür den neutralisierenden Chemikalienbinder Acicaptal® oder den polyvalenten und neutralisierenden Chemikalienbinder Trivorex® um die Verschüttung herum und bedecken Sie diese damit. Wenn die Flüssigkeit nur schwer absorbiert wird oder die Rückstände weiter sauer (rosa) sind, muss die Dekontaminationslösung Le Vert (oder, falls nicht vorhanden, Wasser) auf das Absorptionsmittel geschüttet werden, um die Absorption und Neutralisation der Säure zu erleichtern.

Niemals direkt Wasser mit einer ätzenden Säure vermischen, da dies eine exotherme Reaktion verursachen könnte. Wir empfehlen die Verwendung eines neutralisierenden Chemikalienbinders, um gefährliche Reaktionen zu verhindern..

 

 

Verschüttungen von Ätznatron müssen durch ein Absorptions- und Neutralisationsmittel absorbiert werden, um sämtliche Risiken von Verätzungen zu begrenzen. Darüber hinaus sind Verschüttungen von konzentriertem Ätznatron dickflüssig und machen einen zusätzlichen Schritt erforderlich, um vollständig absorbiert und neutralisiert zu werden. Streuen Sie hierfür den neutralisierenden Chemikalienbinder Basicaptal® oder den polyvalenten und neutralisierende Chemikalienbinder Trivorex® um die Verschüttung herum und bedecken Sie diese damit. Anschliessend muss die Dekontaminationslösung Le Vert (oder, falls nicht vorhanden, Wasser) auf den Chemikalienbinder geschüttet werden, um die Neutralisation des Abfalls zu erleichtern.

 

 

Die Vermischung einer Säure mit einer Lauge kann eine starke Hitzeentwicklung (bis zur Entzündung) und giftige, mehr oder weniger gefährliche Dämpfe erzeugen. Eine Lösung ist hier die Verwendung des neutralisierenden Chemikalienbinders Trivorex®, der giftige Dämpfe reduzieren, Gemische aus Säure und Lauge auf sichere Weise neutralisieren und die Verschüttung schliesslich absorbieren kann und auf diese Weise eine maximale Sicherheit der Mitarbeiter gewährleistet.

 

 

Eine versehentliche Vermischung des Gemisches aus Bleichlauge mit einer Säure bewirkt die Freisetzung von Chlorgas, dem Dichlor. Dieses giftige Gas ist extrem reizend. Um die Freisetzung der Dämpfe zu stoppen, muss die Verschüttung verfestigt und neutralisiert werden. Hierfür empfehlen wir Ihnen die folgenden Schritte:

1. Personen in unmittelbarer Nähe der Gefahr informieren. Anschliessend die geeignete Ausrüstung holen, um sich zu schützen und den Bereich zu sichern.

2. Den Chemikalienbinder Trivorex® (mit allen Säuren oder Laugen verträglich) um die Verschüttung herum streuen. Es reduziert die Freisetzung reizender Dämpfe, neutralisiert die Verschüttung und ermöglicht es Ihnen, die Rückstände leichter aufzunehmen.

3. Bedecken der Verschüttung mit dem Chemikalienbinder und abwarten, bis sich der pH-Farbindikator gelb färbt, d.h. die Neutralisation der Verschüttung vollständig abgeschlossen ist.

4. Aufnahme der neutralisierten Rückstände und deren Entsorgung in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen Vorschriften.

 

 

Ja, Trivorex® (verträglich mit Säuren und Basen) ist in der Lage giftige Dämpfe zu reduzieren und ihre Freisetzung zu stoppen: indem der Gefahrstoff, von dem die Dämpfe ausgehen, neutralisiert wird, ermöglicht das Trivorex® es, die Freisetzung von Dämpfen direkt an deren Ursprung zu stoppen.

 

 

Es ist wichtig, dass nicht versucht wird, mit einem Eimer voll Wasser oder einem Wasserschlauch eine Verdünnung herbeizuführen, da der Kontakt mit dem Wasser zu einer Freisetzung schädlicher Gase führen bzw. sogar eine Explosions- oder Brandgefahr darstellen kann, da es sich bei den verwendeten Stoffen häufig um brennbare Produkte handelt. Wir empfehlen Ihnen, stattdessen das folgende Verfahren zu befolgen:

1. Ausstattung mit der geeigneten Ausrüstung und Sichern des Bereichs.

2. Verstreuen des Chemikalienbinders, um die Verschüttung herum, wie bei allen gefährlichen Flüssigkeiten. Es reduziert deutlich die Freisetzung von Gasen und ermöglicht es Ihnen, die Rückstände leichter aufzunehmen. Verschüttete Flüssigkeit anschliessend mit dem Absorptionsmittel bedecken.

3. Aufnahme der (neutralisierten) Rückstände und deren Entsorgung in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen Vorschriften.

 

 

Wenn nicht spezialisierte Absorptionsmittel (Sägespäne, saugfähiges Papier oder Karton) zum Absorbieren von Verschüttungen von Säuren oder Oxidationsmitteln verwendet werden, besteht aller Wahrscheinlichkeit nach das Risiko einer Entzündung und/oder Explosion. Tatsächlich können die Komponenten bestimmter nicht spezialisierter Bindemittel mit Oxidationsmitteln wie Salpetersäure in Form einer exothermen Reaktion reagieren (Hitzeentwicklung). Die Temperatur kann folglich stark ansteigen und zu einer Entzündung führen. Darüber hinaus können die Produkte der Reaktion explosiv sein. Die Reaktion zwischen saugfähigem Papier und konzentrierter Salpetersäure kann beispielsweise Nitrocellulose bilden, bei dem es sich um Sprengstoff handelt, der während des Zweiten Weltkriegs eingesetzt wurde.

Es sollte daher vorzugsweise ein Produkt wie der neutralisierende Chemikalienbinder Trivorex® verwendet werden, das gegebenenfalls das brennbare Produkt absorbiert und neutralisiert.

 

 

Ammoniak kommt häufig gasförmig zum Einsatz. Es löst sich jedoch schnell in Wasser, Alkohol oder sonstigen Lösemitteln auf und kann so im industriellen Bereich als Reinigungsmittel verwendet werden. Eine wässrige Ammoniaklösung gibt Dämpfe ab, die die Atemwege reizen können. Wenn eine Verschüttung von Ammoniak absorbiert und neutralisiert werden soll, müssen folgende Hinweise befolgt werden:

1. Bringen Sie die Personen in der Nähe der Lache aus dem Gefahrenbereich, schützen Sie sich mit einer geeigneten Ausrüstung und sichern Sie den Bereich.

2. Einen neutralisierenden Chmeikalienbinder um die Verschüttung herum streuen, wie etwa Trivorex® (für sämtliche gefährlichen Flüssigkeiten) oder Basicaptal® (speziell für Verschüttungen von Laugen). Es reduziert deutlich die Menge der freigesetzten Gase, neutralisiert die Basizität der Verschüttung und ermöglicht es Ihnen, die Rückstände leichter aufzunehmen.

3. Den Chemikalienbinder auf die verschüttete Flüssigkeit streuen. Wenn die Rückstände blau sind, sind sie laugenhaltig, sobald sie wieder gelb werden, sind sie neutral.

4. Aufnahme der neutralisierten Rückstände und deren Entsorgung in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen Vorschriften.

 

 

Vor jeder Art von Wartungsarbeiten an den Maschinen, Rohrleitungen und Ventilen, die ätzende oder reizende chemische Stoffe enthalten oder transportieren, ist es unbedingt anzuraten, sich zu vergewissern, dass keine sonstigen chemischen Stoffe im System vorhanden sind, um die Vermischung miteinander unverträglicher Stoffe zu verhindern. Neue oder ältere Leckagen und Lachen könnten auf der Arbeitsfläche verteilt werden und die Arbeit für den Angestellten gefährlich machen.

Spülen und neutralisieren der Rückstände in den Rohrleitungen mit der Dekontaminationslösung Le Vert. Diese pH-neutrale Lösung nimmt absolut jeden ätzenden chemischen Stoff auf: Säuren, alkalische Produkte, Oxidationsmittel oder auch Formaldehyd. Die Verwendung der Dekontaminationslösung Le Vert zur Dekontamination Ihrer Rohrleitungen erleichtert Ihnen diesen Eingriff und sorgt dabei für ein zusätzliches Mass an Sicherheit.

Darüber hinaus können Sie, wenn Flüssigkeitsreste verfestigt werden sollen, die von eventuellen Leckagen stammen oder schwer aufzunehmen sind, Ihr Sicherheitsprotokoll ergänzen, indem Sie zusätzlich den neutralisierenden Chemikalienbinder Trivorex® (für Säuren und Laugen) verwenden.

 

 

1. Informieren der Personen in der Nähe über die Rutsch- oder Sturzgefahr.

2. Verwenden das universelle Bindemittel Polycaptor®, um die Verschüttung einzugrenzen, indem es um die Lache herum gestreut wird. Absorbieren der Verschüttung.

3. Aufnahme der Rückstände. Das Bindemittel vermischt sich mit dem Öl und hinterlässt dabei weder Rückstände noch Spuren, selbst auf unregelmässigen Oberflächen.

 

 

1. Informieren der Personen in der Nähe über die Rutsch- oder Sturzgefahr.

2. Verwenden das universelle Bindemittel Polycaptor® um die Verschüttung einzugrenzen, indem es um die Lache herum gestreut wird. Absorbieren der Verschüttung.

3. Einige Minuten einwirken lassen und Rückstände dann aufnehmen. Das Bindemittel vermischt sich mit dem polymeren Flockungsmittel und hinterlässt dabei weder Rückstände noch Spuren, selbst auf unregelmässigen Oberflächen.

 

 

1. Informieren der Personen in der Nähe über die Rutsch- oder Sturzgefahr.

2. Verwenden von Bindemittel Polycaptor® um die Verschüttung einzugrenzen, indem es um die Lache herum gestreut wird. Absorbieren der Verschüttung.

3. Aufnahme der Rückstände. Das Bindemittel vermischt sich mit der Farbe und hinterlässt dabei weder Rückstände noch Spuren, selbst auf unregelmässigen Oberflächen.

 

 

1. Personen in unmittelbarer Nähe der Gefahr informieren. Anschliessend die geeignete Ausrüstung holen, um sich zu schützen und den Bereich zu sichern.

2. Den neutralisierenden Chemikalienbinder Trivorex® (mit allen Lösemitteln verträglich) oder das Bindemittel Polycaptor® um die Verschüttung herum streuen. Anschliessend die Verschüttung mit dem Absorptionsmittel bedecken und ein paar Minuten bis zur vollständigen Absorption der Flüssigkeit abwarten. Die Rückstände können auf diese Weise leichter und ohne das Hinterlassen von rutschigen oder gefährlichen Spuren auf dem Boden aufgenommen werden.

3. Aufnahme der Rückstände und Entsorgung des Abfalls in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen Vorschriften.

 

 

1. Personen in unmittelbarer Nähe der Gefahr informieren. Anschliessend die geeignete Ausrüstung holen, um sich zu schützen und den Bereich zu sichern.

2. Trivorex® (mit allen Säuren, Laugen, Lösemitteln, Oxidationsmitteln etc. verträglich) um die Verschüttung herum streuen. Es reduziert reizende Dämpfe, neutralisiert die Verschüttung und ermöglicht es Ihnen, die Rückstände leichter aufzunehmen.

3. Die Verschüttung mit dem Chemikalienbinder bedecken und ein paar Minuten bis zur vollständigen Absorption der Flüssigkeit abwarten.

4. Aufnahme der Rückstände und deren Entsorgung in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen Vorschriften.

 

 

Wenn Flusssäurespritzer auftreten, sind diese nicht immer erkennbar oder identifizierbar. Bevor auch nur ein Teil der Schutzausrüstung abgelegt werden kann, müssen Sie und Ihr Team ein spezielles Verfahren zum Entkleiden befolgen, um jede Art von Exposition zu verhindern (das einfachste Verfahren ist das Ausziehen der Handschuhe ohne sich zu kontaminieren). Da der Kontakt mit HF extrem gefährlich ist (Lebensgefahr), empfehlen wir Ihnen dieses Protokoll, um jede der unter Umständen durch HF verunreinigten Oberflächen auf sichere Weise zu dekontaminieren.

Nutzen Sie Le Vert HF zum Abspülen und Neutralisieren möglicher Flusssäurespritzer (HF) auf der Oberfläche Ihres Overalls und der übrigen Ausrüstung. Diese Lösung mit einem neutralen pH-Wert nimmt Flusssäure und ihre Derivate – saure Fluoride – auf. Sie ermöglicht das Ablegen der persönlichen Schutzausrüstung mit einem zusätzlichen Grad an Sicherheit und vereinfacht Ihr Protokoll zum Entkleiden.

Wasser kann zwar zum Abspülen verwendet werden, es neutralisiert jedoch keine Chemikalienspritzer. Auch wenn grosse Mengen von Wasser HF verdünnen können, kann von den flüssigen Abfällen weiter eine Gefahr ausgehen, die darüber hinaus mengenmässig sehr schwer ins Gewicht fallen.

 

 

1. Personen in unmittelbarer Nähe der Gefahr informieren. Anschliessend geeignete Schutzausrüstung holen, um sich zu schützen. Bei einer grossen Menge von verschüttetem konzentriertem Formaldehyd ist eine geeignete Atemschutzausrüstung zu tragen.

2. Den neutralisierenden Chemikalienbinder Trivorex® um die Verschüttung herum streuen.

3. Die Verschüttung mit Trivorex® bedecken und abwarten, bis das Formaldehyd vollständig polymerisiert ist.

4. Rückstände aufnehmen und Abfall in Übereinstimmung mit den geltenden nationalen Vorschriften entsorgen.

 

 

Bei Formaldehyd handelt es sich um ein sehr leicht entflammbares Reagenz, das für Reizungen der Haut, der Augen, aber auch Allergien und Atembeschwerden verantwortlich sein kann (da sehr flüchtig). Es ist zudem als krebserregendes und mutagenes Molekül eingestuft.

Wie muss bei einem Auslaufen oder einer Verschüttung von Formaldehyd (oder Lösungen auf Basis von Formaldehyd) kleineren Ausmasses vorgegangen werden:

1. Schützen Sie sich und Ihre Mitarbeiter mit einer Atemschutzausrüstung und bringen Sie die übrigen anwesenden Personen aus dem Gefahrenbereich. Vergessen Sie nicht, dass Formaldehyddämpfe die Atemwege und die stark exponierte Haut reizen können.

2. Wenn eine sofortige Intervention möglich ist, sollte Trivorex® zum Einsatz kommen, das Dämpfe deutlich reduziert, die Verschüttung absorbiert (und polymerisiert) und es Ihnen ermöglicht, die Rückstände leichter aufzunehmen.

 

 

Sämtliche Abfälle und organische Flüssigabfälle müssen vor deren Entsorgung geliert und desinfiziert werden (häufig mit Bleichlauge 0.5%). Bei Verdacht auf eine bestehende virale Gefahr ist zudem eine biologisch Reinigung, gefolgt von einer Desinfektion der Räumlichkeiten und Materialien mit Bleichlauge sowie ein Isolieren der Abfälle durchzuführen (z.B. Verfahren bei Verdacht auf den Ebola-Virus).

Die Rückstände dieser Desinfektionsverfahren müssen mit Produkten, die mit den Desinfektionsmitteln oder dem restlichen Bleichlauge verträglich sind, wie der neutralisierende Chemikalienbinder Trivorex®, absorbiert/geliert werden.

Es wird dringend empfohlen, so wenig Wasser wie möglich bei der Reinigung zu verwenden und das entsprechend den örtlichen Behörden geltende Protokoll zu befolgen.

 

 

Zur Vereinfachung Ihrer Sicherheitsprotokolle und Ihrer Einkäufe empfehlen wir Ihnen das neutralisierende Absorptionsmittel Trivorex®, eine polyvalente Lösung für alle Arten von übergelaufenen und verschütteten Stoffen, auch sehr gefährlichen. Oder führen Sie eine Überlauf-Diagnose durch!

 

 

Wenn Chemikalienspritzer auftreten, sind diese nicht immer erkennbar oder identifizierbar. Bevor die Schutzausrüstung abgelegt werden kann, müssen Sie und Ihr Team ein spezielles Verfahren zum Entkleiden befolgen, um zu verhindern, dass jemand von Ihnen in Kontakt mit Chemikalienrückständen kommt. Es kann ebenfalls erforderlich sein, das verwendete Material zu dekontaminieren. Das Prinzip ist es, sämtliche Risiken einer Exposition auszuschalten, bevor zur Reinigung dieser Ausrüstung übergegangen wird oder diese ganz einfach weggeworfen wird.

Unsere Lösung: Abspülen der konzentrierten Gefahrstoffe (insbesondere der ätzenden Stoffe) von der Oberfläche Ihrer Schutzausrüstung und deren Neutralisation mit der Dekontaminationslösung Le Vert. Diese Lösung mit einem neutralen pH-Wert besitzt die Fähigkeit, jede Art von chemischem Stoff aufzunehmen: Säuren, Laugen, Oxidationsmittel oder sonstige. Die Verwendung der Lösung LeVert verbessert und vereinfacht Ihr Dekontaminationsprotokoll.

Wasser kann zwar zum Abspülen verwendet werden, es neutralisiert jedoch keine Chemikalienspritzer. Nur durch grosse Mengen von Wasser kann eine Verdünnung von ätzenden und konzentrierten Chemikalien erreicht werden. Die flüssigen Abfälle fallen im Anschluss mengenmässig stark ins Gewicht.

 

 

Das Gerät ist mit einem mechanischen Schlagschalter und programmierbaren Beschleunigungsmesser ausgestattet. Dank diesem Schlagschalter geht der Northern Star, wenn er nicht in Gebrauch ist, batterielos in den «draw mode», d.h. er ist komplett aus. Um das Gerät zu aktivieren, muss der Anwender es anstossen und den Northern Star dann sofort auf «feuerwehrtypische Weise» bewegen. Um den Stoss auszulösen, braucht man nur fest auf die Maske zu klopfen. Ist der Schlagsensor aktiviert, flackert kurz ein Licht auf. Wird das Gerät nicht innerhalb von 2 Sek. bewegt, geht der Northern Star wieder in den ausgeschalteten Modus über. Bewegt der Träger das Gerät unmittelbar nach der Aktivierung, wird der Northern Star vollständig aktiv und bleibt es, bis der Beschleunigungsmesser 3 Min. lang inaktiv ist. Am einfachsten erklärt man dem Anwender, dass er die Maske an sein Knie schlagen und sie dann wie eine Sprühdose schütteln soll. Auf www.tinovamed.ch gibt es detaillierte Videos zur Aktivierungssequenz.

Der Northern Star läuft mit einer wieder aufladbaren Lithium-Ionen-Batterie mit der Kennzahl LIR2450. Wird er mit einer nicht aufladbaren CR2450 Batterie betrieben, überhitzt er und fällt aus. Voll aufgeladene LIR2450 Batterien laufen durchgehend 7–8 Std. lang. Es wird empfohlen, die Batterien an jedem Monatsersten und nach jedem Einsatz auszutauschen.

Passt sich der Kompass zur Orientierung an?

Um akkurate Angaben zu gewährleisten, nutzt Northern Star ein sechsachsiges Kreiselgerät – dabei ist es egal, ob der Anwender steht oder kriecht. Darüber hinaus ermöglicht das Kreiselgerät, kriechenden Feuerwehrleuten den «Blick» nach links und rechts und gestattet so die Orientierung nach vorn, ohne dass die Körperhaltung verändert werden muss.

Die National Fire Protection Agency (NFPA) stellt keine Zertifikate aus. Stattdessen macht sie Vorgaben, an die sich Institutionen halten können oder auch nicht. Daher gilt der Northern Star als Zubehörteil, das keiner NFPANorm unterliegt. Trotzdem war es Northern Star Fire (NSF) wichtig zu ermitteln, ob die Befestigung des Geräts im Inneren des Maskenglases die Sicht auf irgendeine Weise beeinträchtigen würde. Von aussen einwirkende Hitze muss gleichzeitig über das Maskenglas abgeleitet werden können. Um sicherzugehen, dass der Northern Star diese Ableitung nicht beeinträchtigt, liess NSF vom Intertek Labor den NFPA-Test 1981 zur Strahlungshitze durchführen. Die Testergebnisse zeigten, dass die Anbringung des Northern Star die Sicht/Funktionsfähigkeit des Maskenglases in keiner Weise beeinträchtigt.

Der Northern Star ist so konzipiert, dass er in jede Maske passt – und zwar überall dort, wo ihn der Anwender anbringen möchte. NSF empfiehlt die Befestigung im unteren Bereich bzw. am unteren Rand des Glases, an einer Stelle, wo er das Sichtfeld des Anwenders nicht einschränkt und auch andere HUD-Geräte nicht blockiert.

Der Northern Star wird mit einem der Brandschutzklasse 3M entsprechenden doppelseitigen Klebeband befestigt. Dieses ist wieder ablösbar und mehrfach verwendbar. Dennoch bietet das 3M-Tape extreme Haftkraft, so dass Verrutschen und Verschieben kaum möglich sind. Dieses Produkt wurde gewählt, um zu gewährleisten, dass der Northern Star auch bei schwierigen Brandschutzmassnahmen nicht abfällt.

Maskenhersteller wie MSA, SCOTT oder Draeger haben sich bisher nicht dazu geäussert. Da der Northern Star nicht dauerhaft angebracht wird, empfiehlt NSF, das Gerät vor Einsendung der Maske unter Garantiebedingungen zu entfernen. Da die meisten Masken zudem kaum bewegliche Komponenten aufweisen, berichten nur wenige Käufer von umgebungsluftunabhängigen Atemschutzgeräten davon, Masken zu Garantiezwecken zurückschicken zu müssen. NSF hat den Northern Star so konzipiert, dass er Form, Tauglichkeit und Funktion nicht beeinträchtigt – und diese Faktoren berücksichtigen NFPA und NIOSH (die US-amerikanische Bundesbehörde für arbeitsmedizinische Forschung) bei der Zulassung neuer Produkte. Letztendlich gestattet MSA in einem Schreiben den Einsatz solcher zugekaufter Zubehörteile, die sich nicht auf Form, Tauglichkeit und Funktion auswirken und keine Verschlechterung des Maskenglases verursachen.

Der Northern Star ist derzeit in 14 Ländern im Einsatz. Zu den Kunden gehören Militäreinheiten, Rettungstaucher und Feuerwehrleute. Auch Einheiten der US Navy Seals und die NASA nutzen unsere Geräte. Viele der grossen US-amerikanischen Feuerwehren setzen die Geräte bei Schulungen für die Fachbereichsprüfungen ein. Die Feuerwehr von New York, Chicago, Phoenix, Houston, San Antonio etc. haben dieses Gerät angefordert, um es auszuprobieren.

Wir setzen das Incident Command System (Ereignis-Koordination-System) ein, was über Alpha/Bravo/Charlie/Delta läuft…

Sobald ein Feuerwehrmann am Eingang seine Maske aufsetzt, muss er zahlreiche Faktoren bedenken – die Gebäudebauweise, Rauchentwicklung, mögliche weitere Ausgänge usw. Die typische Funkübertragung auf der ersten Treppenstufe lautet etwa: «Löschzug 2 betritt mit 3 Mann das Gebäude auf der Alpha-Seite. Wir bekämpfen den Brand als erste Abteilung». Kommt der Northern Star zum Einsatz, lautet der Funkspruch genauso – allerdings mit einem Zusatz: der Angabe der Himmelsrichtung; «Löschzug 2 betritt mit 3 Mann das Gebäude auf der Alpha-Nord-Seite. Wir bekämpfen den Brand als erste Abteilung». Dank nur einem Wort mehr können Feuerwehrleute sicher sein, stets zu wissen, in welcher Richtung der Ausgang liegt.

Der Northern Star bringt Feuerwehrleuten aber nicht nur mehr eigene Sicherheit. Er hilft ihnen auch dabei, schneller zu suchen, sich im brennenden Umfeld effizienter zu bewegen und so mehr Leben zu retten. Steht beispielsweise fest, dass sich im zweiten oder dritten Zimmer ein Kind befindet, weiss der Feuerwehrmann stets, in welche Richtung er sich bewegen muss, um das Kind bergen zu können. Ein anderes Beispiel: erhält ein Feuerwehrmann im Einsatz den Befehl, die Decke aufgrund eines Brandes im Dachstuhl auf der «Charlie»- Seite zu durchbrechen, weiss er jetzt sicher, in welcher Richtung das ist.

Ja. Die beiden Gehäuse schliessen dicht ab und bilden so eine wasserdichte Hülle. Es werden Tests in Druckbehältern durchgeführt, um herauszufinden, ob das Produkt auch dem extremen Druck in 15 bis 30 m Wassertiefe standhält. Da der Northern Star jedoch im inneren der Maske angebracht wird, sollte er nur bei Ein- und Austritt aus dem Wasser nass werden. Es werden aktuell Geräte von Einheiten der US Navy Seals getestet.

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